29.09.2016, 16:30 Uhr

Modernes Schmerzmanagement im Landes-Krankenhaus

Patienten können ihr subjektives Schmerzempfinden in einer Skala von 0 bis 10 zu erfassen. (Foto: Foto: gespag)
ROHRBACH-BERG. Aufgrund von Krankheiten, Verletzungen oder notwendigen Operationen ist die Behandlung von Schmerzen in einem Krankenhaus ein allgegenwärtiges Thema. Schmerz ist vor allem eines – sehr individuell.

Für viele Patient/-innen ist die Angst davor oft elementar und erfordert einen sensiblen Umgang sowie eine umfassende Therapie zur weitgehenden Schmerzfreiheit. Ein Umstand, der den Experten des LKH Rohrbach bewusst ist und der sehr ernst genommen wird. In eigenen Schulungen wird den Mitarbeitern die notwendige Behandlung von postoperativen sowie akuten Schmerzen vermittelt. Zudem kommt seit einiger Zeit eine spezielle visuelle, mehrsprachige Analogskala zum Einsatz, mit deren Hilfe das persönliche Schmerzempfinden der Patienten in die Therapie miteinbezogen werden kann.

Wenige Schmerzen haben

„Schmerzarmut ist allen Teams am LKH Rohrbach ein wichtiges Anliegen“, sagt DGKP Wolfgang Kepplinger, MSc. und Pflege-Stationsleiter der Anästhesie. Als Themenverantwortlicher organisiert er gemeinsam mit Dr. Daniela Barth, Oberärztin am Institut für Anästhesiologie und Intensivmedizin, spezielle Schulungen zum Thema Schmerz. Ziel der Fortbildung ist unter anderem die Vermittlung der „Postoperativen und Akut-Schmerztherapie-SOP“ (Standard Operating Procedure). Dabei handelt es sich um eine standardisierte Schmerzmessung sowie Dokumentation für alle stationären Patienten. Unterschieden werden hier Messinstrumente, bei denen entweder die Patienten selbst die Schmerzen beurteilen können oder, wenn sie dazu nicht in der Lage sind, eine Einschätzung durch die behandelnden Expert/-innen erfolgt.

Umsichtige und individuelle Behandlung möglich

Der große Vorteil dieser Dokumentation liegt in der Vereinfachung und guten
Übersichtlichkeit der Schmerzintensität samt ihren Maßnahmen für jeden/jede Patienten. „Mittels grafischer Darstellung in einer Kurve erhalten wir eine genaue Dokumentation überdie jeweilig empfundenen Schmerzen“, sagt DGKS Maria Wögerbauer, Pflege-Stationsleiterin der Abteilung für Unfallchirurgie. Auch Abteilungsleiter Primar Wilhelm Winkler ist überzeugt: „Das neu eingeführte System funktioniert gut und hat das Bewusstsein wieder geschärft. Wir achten sehr stark darauf, dass wir nicht zu viel und nicht zu wenig Schmerzmittel anordnen. Zudem hat man beim Blick auf die Kurve einen Überblick über die individuelle Schmerzsituation der zurückliegenden Tage.“

Visuelle Analogskala

Die Möglichkeit zur Selbsteinschätzung wird von den Patienten durchwegs positiv bewertet. Dabei bekommen die Betroffenen die Chance, ihr subjektives Schmerzempfinden in einer Skala von 0 bis 10 zu erfassen. Eine Schmerzbefragung gab es im LKH Rohrbach natürlich auch schon vor Einführung der SOP. Die neue, standardisierte Methode erlaubt nun allerdings, alle stationären Patienten regelmäßig zu bewerten und individuell zu therapieren. „Für mich gibt es einen wesentlichen Grundsatz: Schmerzfreiheit ist das Recht eines jeden Menschen. Das sollte auch unser tägliches Ziel bei der Schmerztherapie sein“, sagt Schulungsleiterin Daniela Barth.
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