22.09.2016, 11:35 Uhr

Wenn Technik das Leben von Senioren erleichtert

Partner: Hermann Hagleitner (Hilfswerk), Cornelia Schneider (Salzburg Research) und Bernhard Kaiser (Salzburg Wohnbau).

Innovatives Technologie-System soll das Älterwerden in den eigenen vier Wänden erleichtern.

SALZBURG (lg). Ein Tablet, das an den täglichen Spaziergang oder das Kartenspielen mit dem Nachbarn erinnert, eine Herdplatte, die sich selbst abdreht und ein zusätzlicher Lichtschalter: mit einer neuen Technologie, die unter dem Schlagwort "ZentrAAL" diese Werkzeuge für ältere Menschen zusammenführt, soll das Leben von Senioren erleichtert werden. "Die Frage für uns ist, wie Wohnungen adaptiert werden können, um selbstbestimmtes Altern in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Für diese 'intelligenten' Wohnungen wurden leicht nachrüstbare Technologien in die Wohnungen eingebaut. Dadurch wird das Monitoring von persönlichen Aktivitäten und von Terminen sowie die Förderung von Gemeinschaftsaktivitäten in betreuten Wohneinheiten erfasst", erklärt die ZentrAAL-Projektleiterin Cornelia Schneider von Salzburg Research.

Pilotregionen in Salzburg

In den Pilotregionen Bergheim, Kuchl, St. Johann, St.Michael, Hollersbach und Wals-Siezenheim sind acht "Betreutes-Wohnen"-Einrichtungen des Salzburger Hilfswerks für für Personen zwischen 60 und 80 Jahren mit dieser "ZentrAAL"-Technologie ausgestattet. Zur Grundausstattung der Wohnungen zählen etwa die Herdüberwachung, ein Funklichtschalter, ein Zwischenstecker bei viel genutzten Geräten wie etwa Kaffeemaschine oder Fernseher und Fensterkontakte. Auch ein digitaler Türspion ist in das System integriert. Aber auch die Senioren selbst sind mit Geräten ausgestattet. Die Smartwatch etwa zeichnet körperliche Aktivitäten samt Puls auf. Zudem erinnert sie an die Einnahme von Medikamenten und enthält einen Notfallknopf. Die Bewohner erhalten auch ein Tablet, dass die Anwender mit Anleitungen zu Fitnessübungen versorgt und Spielfunktionen enthält.

Kartenspielen und Einkauf

"Viele ältere Menschen fürchten sich vor der Vorstellung, dass sie in ihrer Wohnung stürzen und über einen längeren Zeitraum hinweg nicht gefunden werden. Dieser Angst wollen wir hier entgegenwirken. Denn wenn etwa über einen längeren Zeitraum keine Aktivität passiert, wird der automatische Notruf alarmiert", erklärt Hilfswerk-Geschäftsführer Hermann Hagleitner, der aber auch die Wichtigkeit von "echten" Kontakten betont. "Das System dient auch dazu, auf Veranstaltungen im Umfeld aufmerksam zu machen und soziale Kontakte zu knüpfen. Benutzer können sich mit den Nachbarn vernetzen und so gemeinsame Aktivitäten, wie etwa Kartenspielen, zu vereinbaren. Aber auch wenn es darum geht, dass man mal krank ist und jemanden braucht, der einem den Einkauf aus der Stadt mitnimmt, kann man das über das Gerät an die Gemeinschaft publizieren. Für die Salzburg Wohnbau als Projektpartner ist Betreubares Wohnen zentrales Thema. "Die Nachrüstbarkeit von Bestandswohnungen und die zukunftsweisende Planung von neuen Projekten ist Voraussetzung für selbstbestimmtes Wohnen im Alter", so Bernhard Kaiser von der Salzburg Wohnbau. Noch befindet sich ZentrAAL in der Pilotphase, danach soll das Paket mit den einzelnen Komponenten um rund 3.500 Euro erhältlich sein.
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