09.03.2016, 07:30 Uhr

St. Pölten im Visier der Jetsetter

Blick vom Flugzeug aus über St. Pölten: Im vergangenen Jahr ist es in Völtendorf zu 245 "Gästelandungen" gekommen.

Klein Schwechat in Völtendorf? Zahl derjenigen, die am St. Pöltner Flugplatz landen und hier einige Nächte verbringen, ist zuletzt gestiegen.

ST. PÖLTEN (jg). Nach St. Pölten reisen kann man mit Auto, Bahn oder per Flugzeug, wie die Stadt im Internet informiert. Als Flughäfen nennt sie jenen in Linz und den in Wien-Schwechat, der mit dem Zug von St. Pölten aus in 55 Minuten zu erreichen ist und im vergangenen Jahr mit 22,8 Millionen Fluggästen ein Rekordergebnis erzielte. Verschwiegen wird hingegen auf der Website der Stadt, dass sich "Jetsetter", also die "schicken Vielflieger", die Bahnfahrt und etwaige Menschenmassen im Schwechater Flughafen ersparen können, wenn sie die Haupstadt Niederösterreichs direkt ansteuern. Möglich macht dies der Fluplatz in Völtendorf, der seit fast zehn Jahren im Privatbesitz von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz ist.

245 Gästelandungen im vergangenen Jahr

Neben den vielen Fliegern, die hier starten, um ein paar Runden über St. Pölten zu drehen, gibt es jene, die von Frankreich, Deutschland oder gar von England kommen, wie Alois Sulzbacher erzählt. 245 sogenannte Gästelandungen hat es laut dem Flugbetriebsleiter im vergangenen Jahr gegeben. Heuer waren es schon acht.
Laut Sulzbacher sind bei vielen dieser Flieger oder gar Hubschrauber, die in St. Pölten landen, zwei, drei oder noch mehr Personen als Passagiere an Bord. Die Zahl der Gästelandungen sei in den vergangenen Jahren nicht außerordenlich gestiegen. Was laut Sulzbacher allerdings zugenommen hat, ist die Zahl der Gäste, die hier landen, ein, zwei Nächte in St. Pölten verbringen und dann weiterfliegen. "Das sind meist Piloten, die über mehrere Etappen etwa nach Ungarn oder nach Italien fliegen und hier einfach in St. Pölten eine Nacht verbringen", sagt Sulzbacher.

Cessna statt großer Boeing

Der größte Flieger, mit dem man in St. Pölten landen könne, ist die Cessna Caravan. Fast zwölf Meter lang, 1.725 Kilogramm schwer und eine Reichweite von bis zu 1.797 Kilometer. Neun Passagiere finden in der einmotorigen Propellermaschine Platz. Damit ist man von großen Passagiermaschinen weit entfernt. Jetsetter und die Luftfahrzeugbesitzer in St. Pölten Stadt und Land müssen sich mit diesen Dimension zumindest auch in naher Zukunft zufriedengeben. Solange die S34 nicht unter Dach und Fach ist, seien Ausbaupläne nur wilde Spekulationen. "Die Größenordnung des Flugplatzes wird aber sicher nicht angegriffen", so Sulzbacher.

Luftfahrzeuge im Raum St. Pölten

Große Flieger müssen bei der Austrocontrol, kleinere Luftfahrzeuge bei der Aeoroclub gemeldet werden. In St. Pölten Stadt und Land sind 7 Motorflieger, 5 Ballone, 9 Paragleiter, 11 Segelflugzeuge und 2 Ultraleichtflieger gemeldet.
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