11.05.2016, 11:00 Uhr

Staus und Bettler in Karlstetten

In der U-Bahn-Station Karlsplatz bauten die Künstler Christina Gegenbauer und donhofer. eine Skyline aus Stroh. (Foto: Gegenbauer/donhofer./Krasa)

Ende Mai wird die Gemeinde zur Metropole. Letzte Woche sorgte das Projekt in einer U-Bahn-Station für Aufsehen.

KARLSTETTEN (red). "Warum liegt in der U-Bahn-Station eigentlich Stroh?" fragte sich die Twitter-Community vergangene Woche. Die Antwort ist leicht erklärt: Die Aktionskünstler Christina Gegenbauer und der aus Karlstetten stammende donhofer. brachten in einem Schauraum der U-Bahn-Station Karlsplatz in Wien ein Stückchen Land in die Stadt, indem sie mit Strohwürfeln eine Skyline bauten. Die Installation ist Teil ihres aktuellen Projekts "KARLOPOLIS – Utopie einer Großstadt", das im Rahmen des Viertelfestivals NÖ von 26. bis 29. Mai in Karlstetten zum Leben erwacht. In dem Ort unweit der Landeshauptstadt setzen die Künstler ein Gedankenexperiment in die Tat um: Was wäre, wenn eine 2000-Seelen Gemeinde zur Millionenmetropole wird, ist dabei die zentrale Frage.

Besucher Teil des Projekts

Bausteine von KARLOPOLIS sind Installationen und Performances im öffentlichen Raum, die die Bewohner und Besucher dazu einladen, selbst Hand anzulegen. So beschäftigt sich zum Beispiel die Neue Mittelschule Karlstetten mit Street Art und schaffte eine 140 Meter lange Grafittiwall, die um die Kirchenmauer gebaut wird.

Kontroverse Themen

Darüber hinaus geht es um Großstadtphänomene wie Anonymität, Reizüberflutung, Überwachung, kulturelle Vielfalt und Verkehrsinfrastruktur. In einer Telefonzelle werden Besucher mit dem permanenten Lärmpegel einer Großstadt konfrontiert. Bushaltestellen werden zu U-Bahnstationen, in der Rushhour werden Staus provoziert. Bettler, Lichverschmutzung, ein Freudenhaus und bewusstseinserweiternde Drogen sind weitere Bausteine, wie donhofer. im Gespräch mit den Bezirksblättern verriet. Derart kontroverse Themen sollen schließlich als Reibungsfläche dienen. Den Wiener Linien war die U-Bahn-Installation übrigens zu viel Reibung: Das Sicherheitspersonal und die Polizei veranlassten aufgrund einer potentiellen Brandgefahr die Räumung der Installation.

KARLOPOLIS

Das Kunstprojekt "KARLOPOLIS – Utopie einer Großstadt" wird am 26. Mai um 14 Uhr am Schloßplatz in Karlstetten offiziell eröffnet und lädt bis 29. Mai dazu ein, sich mit dem Thema Stadt und Land auseinanderzusetzen.
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