11.10.2016, 11:34 Uhr

Seien Sie liebevoll zu Ihrem Darm

Dozent Ausch (Foto: gespag)

Dozent Christoph Ausch, Vorstand der Chirurgie am Landeskrankenhaus Steyr und Kirchdorf über Darmgesundheit.

STEYR. Auch unser Darm will liebevoll Behandelt werden. Zunächst ein paar Fakten zu unserer Verdauung. Das Verdauungssystem zerlegt die Nahrung die wir uns zuführen in einzelne Nährstoffe. Was der Körper nicht benötigt oder nicht zu verdauen ist wird ausgeschieden. Dieser Vorgang ist sehr komplex. Zunächst wirde in der Mundhöhle und der Speiseröhre die Nahrung zerkleinert und zu einem groben Brei zerteilt. Über die Speicheldrüsen wird dieser mit Enzymen versehen und dann in den Magen transportiert. Dort wird die Nahrung weiter verkleinert und weitere Enzyme zur Aufspaltung der Eiweise zugesetzt. Im Zwölffingerdarm, entfaltet die Galle und der Bauchspeicheldrüsen Saft ihre Wirkung und arbeiten an dem Verdauungsprogramm weiter. Sie wirken als Emulgatoren für Fette und als Enzymliferanten zur Aufspaltung von Eiweißen, Fetten und Stärke. Im Dünndarm werde weiter Enzyme zugegeben welche Kohlenhydrate zerlegen und Nährstoffe aus der Nahrung aufnehme. Im Dickdarm wird dann dem Nahrungsbrei weiter Wasser und Salze entzogen und Bakterien bauen Ballaststoffe ab. Der nicht verdauliche Anteil wird letztendlich als Stuhl abgegeben.
Die Verdauung ist extrem komplex gesteuert und so ist es nicht verwunderlich das bei jedem vierten Menschen Schwierigkeiten bei der Verdauung auftreten. Verstopfung und Durchfall können harmlose und vorübergehende Symptome sein oder Vorboten ernsthafter Erkrankungen sein. Häufiger Konsum von Fett, Zucker, Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol führen zu diesen bekannten Symptomen und zu Sodbrennen. Eine konsequente Ernährungsumstellung kann hier bereits hilfreich sein und eine Dauerhafte Medikamenteneinnahme verhindern. Zumeist ist hier jedoch ein Gespräch mit dem Arzt notwendig um eventuelle Risikofaktoren für ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.
Das Wechselspiel zwischen Durchfall und Verstopfung kann auch ein Hinweis auf einen Tumor sein. Ich empfehle daher bei häufigen oder wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden den Arzt aufzusuchen, auch dann wenn die Symptome den Alltag nicht groß behindern. Gerade bei älteren Menschen, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Geschwür oder einen Tumor höher. Alarmsignale welche unbedingt zu einem Arztbesuch führen sollen sind Blut im Stuhl, eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten, oder der Farbe des Stuhles sowie dessen Form. Gewichtsabnahme, wiederkehrende Schmerzen oder neuaufgetretene Blähungen welche nicht verschwinden.
Eine gesunde Lebensweise für Ihren Darm ist ausreichendes Trinken von Wasser oder Kräutertee. Essen Sie ausreichend nicht zu heiß zubereitetes Gemüse, vermeiden Sie zu häufiges Braten und betreiben Sie regelmäßig körperliche Aktivität. Ihr Darm wird es Ihnen danken wenn sie Ihn liebevoll behandeln und auch einmal eine Auszeit gönnen.
Für Fragen oder eine weiterführende Beratung steht Ihnen ihr Hausarzt, Facharzt oder auch das Krankenhaus Steyr zur Verfügung.
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