10.01.2017, 12:15 Uhr

Telefonsprechstunde: Sodbrennen

(Foto: panthermedia.net - bds)

Am Mittwoch, 18. Jänner beantwortet Primar Christoph Ausch, Leiter der chirurgischen Abteilung im LKH Steyr und LKH Kirchdorf, Fragen zum Thema Sodbrennen

STEYR. Saures Aufstoßen, Brennen im Rachen und Sodbrennen – derlei Beschwerden sind lästig, äußerst unangenehm und häufig ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko. Oft sind es auch Symptome, die nicht primär im Magen-Darmbereich liegen sondern pulmologische Beschwerden zeigen, wie z.B. Asthma bronchiales, rezidivierende Lungenentzündungen, die aber als zugrundliegende Erkrankung eine Refluxerkrankung haben. Tritt regelmäßig Magensäure in die Speiseröhre, kann dies auch an einer Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre liegen. Experten sprechen dabei von der Refluxkrankheit. Dauerhaft und unbehandelt kann sie zu schweren Schädigungen der Speiseröhre und sogar zu Krebs führen. Eine häufige Ursache für das Auftreten der Refluxkrankheit können auch Medikamente sein, die zu einer Entspannung des Speiseröhrenschließmuskels führen.
„Wird der Schließmuskel der Speiseröhre durch bestimmte Arzneimittel beeinflusst bzw. ungewollt entspannt, begünstigt das natürlich den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre“, sagt Univ.- Doz. Dr. Christoph Ausch, Leiter der chirurgischen Abteilung im LKH Steyr und LKH Kirchdorf, „in Frage kommen hier beispielsweise einzelne Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung, Asthma oder Harninkontinenz.“
Treten Symptome, wie saures Aufstoßen und Sodbrennen, gehäuft – also über einen anhaltenden Zeitraum mehrmals die Woche auf, so sollten die Betroffenen auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen. „Sind die Beschwerden auf bestimmte Medikamente zurückzuführen, gibt es häufig die Möglichkeit, besser verträgliche Alternativen zu versuchen“, so der Experte, „Betroffene sollten hierbei aber nicht eigenmächtig handeln, sondern immer einen Experten hinzuziehen.“
Aber auch, wenn die Refluxkrankheit nicht in Zusammenhang mit Medikamenten steht, gibt es viele erfolgversprechende Behandlungsmethoden.

Therapien erzielen gute Ergebnisse
In erster Linie ist hier eine Medikation zur Reduktion der Magensäureproduktion anzuführen. Rund 85 Prozent der Patient/-innen können damit komplett von diesem unangenehmen Leiden geheilt werden. Auch operative, meist minimal invasive Eingriffe zur Verstärkung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre sind eine gute Behandlungsmöglichkeit und können als Alternative zur medikamentösen Therapie verwendet werden.

„Bei der operativen Therapie, der sogenannten Fundoplikation wird über fünf kleine Einstiche in die Bauchhöhle der obere Magenteil um die untere Speiseröhre gelegt und somit schlussendlich der Schließmechanismus am Mageneingang gestärkt. Zusätzlich wird in nahezu allen Fällen, bestehende Zwerchfelldefekte mit einer Zwerchfellplastik versorgt “, so der Mediziner.
Um die sinnvollste Therapie mit dem größten Erfolgspotential für die jeweiligen Patienten zu erstellen, ist eine exakte diagnostische Abklärung im Vorfeld wichtig
Nicht nur der mögliche Einfluss von Medikamenten, auch die Lebensumstände, die Ernährung, die mögliche Schädigung der Speiseröhre durch die Refluxkrankheit sowie Infektionen durch Magenbakterien werden vor der Therapie abgeklärt. „Treten die Beschwerden bereits seit mehreren Jahren auf, ist eine Untersuchung der Schleimhaut der Speiseröhre immer notwendig und sinnvoll“, betont Prim. Ausch, „Damit können wir etwaige Gewebsveränderungen feststellen, die unter Umständen auch als Krebsvorstufe gelten und behandelt werden müssen.“

Sprechstunde
Am Mittwoch, 18. Jänner, von 16 bis 17 Uhr beantwortet Primar Christoph Ausch, Leiter der chirurgischen Abteilung im LKH Steyr und LKH Kirchdorf, bei einer Telefonsprechstunde Fragen zum Thema Sodbrennen. Das Gespräch ist völlig anonym und kostenlos. Die Telefonnummer für die Sprechstunde: 0664/80 666 7303
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