26.04.2016, 12:46 Uhr

14 Jahre Wartezeit für neues Amtsgebäude

Noch im März besichtigte Bezirkshauptmann Helmut Fürst die Baustelle für das neue Amtsgebäude der BH-Hallein. Seit kurzem liegt nun der Amtsbericht vor, der sich mit den enormen Bauverzögerungen von über zehn Jahren beschäftigt. (Foto: Franz Neumayr)
HALLEIN (ck). Seit 1985 mussten immer mehr Büros der Bezirkshauptmannschaft Hallein in fremden Gebäuden angemietet werden - das bestehende Amtsgebäude ist nämlich zu klein und der Brand- und Bedienstetenschutz ist mangelhaft. Im Jahr 2001 erfolgten erste Planungen, die Bezirkshauptmannschaft zeitgemäß unterzubringen. Rund 14 Jahre danach – im Jänner 2015 – wurde mit dem Neubau eines Amtsgebäudes begonnen. Wie dies angehen kann wunderte sich auch der Landesrechnungshof und legt nun einen Amtsbericht dazu vor. Aus ihm liest man mehrer Gründe für die langen Verzögerungen heraus: Fehlendes Projektmanagement ist aus Sicht des Landesrechnungshofs der Hauptgrund für die lange Dauer der Planung und Vergabe. Mangels klarer Verantwortlichkeiten und Ziele wurde die Fachabteilung Landeshochbau jahrelang mit unterschiedlichen Planungen beauftragt. So vergingen viereinhalb Jahre, bis festgestellt wurde, dass ein Neubau der Bezirkshauptmannschaft kostengünstiger wäre, als der Umbau des bestehenden Gebäudes. Das Vorgehen des für den Hochbau zuständigen Regierungsmitgliedes erwies sich in den Jahren 2001 bis 2008 als ungeeignet, die Raumsituation in der Bezirkshauptmannschaft Hallein zu verbessern. Eine zweieinhalb Jahre kürzere Planung und Vergabe hätte dem Land Salzburg Ausgaben von 290.000 Euro für Mietaufwand und 125.000 Euro für eine Dachsanierung erspart. Durch die lange Planungsdauer entfiel die angestrebte steuerliche Begünstigung. Mit einem Baubeginn vor dem 1. September 2012 hätte das Land zusätzlich 1,5 Millionen Euro an Abgaben eingespart. Die zuständige Amtsraumkommission befasste sich nicht mit der Raumsituation in der BH Hallein, obwohl sie dafür zuständig war. Die Kommission hat seit zehn Jahren nicht mehr getagt, wurde aber nie aufgelöst. Für Projektmanagement qualifizierte Bedienstete, EDV-Werkzeuge und Erfahrungen sowie unterstützende Beratung waren in der Landesverwaltung vorhanden, wurden aber nicht eingesetzt. Abschließend heißt es: Das Land Salzburg verfügte über kein internes Kontrollsystem, das geholfen hätte, die kritisierten Mängel zu erkennen, sie zu vermeiden oder zu beheben.
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