19.07.2016, 10:57 Uhr

Lokalaugenschein beim Asyl-Großquartier in Villach-Langauen

Zwei lange Container-Zeilen: So sieht das Asylwerber-Quartier in Langauen derzeit aus

Bis August soll das Transitquartier fertig sein. Bis zu 250 Geflüchtete sollen hier Platz finden. Die Kosten der Anlage betragen rund zwei Millionen Euro.

VILLACH (kofi). Bis Anfang August soll das Asylgroßquartier in Villach-Langauen, nahe des Einkaufszentrums VEZ, fertig sein. Derzeit werden die Container aufgestellt, in denen künftig, bei Bedarf, bis zu 250 Geflüchtete Platz finden sollen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Menschen soll zwei bis drei Wochen betragen, denn es handelt sich nur um ein Zwischenquartier.

Lokalaugenschein

Ein Lokalaugenschein der WOCHE zeigt: Die Anlage ist auf Effizienz ausgerichtet: Die Kabinen messen 12,6 Quadratmeter und sind großteils mit je zwei Stockbetten ausgestattet. Insgesamt gibt es 94 Wohncontainer. Die Sanitäranlagen bestehen aus sieben WC-Container zu je 5 Klos und sieben weiteren Container mit je fünf Duschen. Betrieben wird die Anlage von der Firma ORS, die auch das Großquartier in Traiskirchen in Niederösterreich führt.

Schutzwall zu den Angels

Zu den Nachbarn, unter anderem einem Biker-Café mit hoher Hells-Angels-Frequenz (Bericht hier), wurde ein mehrere Meter hoher Erdwall aufgeschüttet. Wohl als Sichtschutz. Die Gesamtkosten des Quartiers (inklusive Ausstattung und Errichtung) werden Karl-Heinz Grundböck, dem Sprecher des Innenministeriums, mit zwei Millionen Euro beziffert. Allerdings wurden die Container nicht gemietet, sondern angekauft. "So können sie von uns bei Bedarf wiederverwendet werden", sagt Grundböck.

Heftig umstritten

Ursprünglich war das Asylquartier im Villacher Stadtteil Fellach geplant gewesen. Doch heftige Proteste der Anrainer (Bericht hier) und das Angebot eines Fellachers, dem Innenministerium ein Ersatzquartier kostenlos zur Verfügung zu stellen (Bericht hier), ließen die Container-Unterkunft in Langauen entstehen, nahe der Grenze zur Gemeinde Weißenstein.
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