07.04.2016, 10:26 Uhr

Banken auf der Suche nach "schmutzigen Wörtern"

Dash als Verwendungszweck sorgte für internationale Schlagzeilen. Der Absender geriet in Verdacht den IS zu unterstützen, wollte aber nur seinen Hundesitter bezahlen. (Foto: Talkner)

Geldwäsche in Panama und ein skurriler Vorfall in Amerika: Auch Waidhofner Banken prüfen Überweisungen auf Geldwäsche und Terrorismus.

BEZIRK WAIDHOFEN (bt/pez). Ein amerikanischer Hundebesitzer geriet unfreiwillige in die internationalen Schlagzeilen, weil er bei einer Überweisung an seinen Hundesitter als Verwendungszweck Dash, den Namen des Tieres, anführte. Klingt ähnlich wie Daesh, eine Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), dachten sich die Bankbeamten und stoppten die Zahlung sofort. Auch im Zuge der Enthüllung der Panama Papers gerieten die Themen Geldwäsche und Steuerflucht wieder in die Schlagzeilen. Die Bezirksblätter sprachen mit Waidhofner Banken über diese Vorfälle und wie sie mit verdächtigen Überweisungen umgehen.

Verdächtige Wörter im Visier

Christian Reegen, Leiter der Sparkasse Groß Siegharts, erklärt, dass auch die Waldviertler Institute Überweisungen auf Verdächtige Wörter prüfen. Dies passiert aber nicht händisch, sondern elektronisch. Sollte ein verdächtiges Wort oder eine Person genannt werden, gibt das System Alarm und ein Mitarbeiter überprüft den Zahlungsvorgang und fragt im Zweifelsfall beim Kunden nach, ob er die Überweisung wirklich tätigen will.

Dabei wird auch nach Zielländern unterschieden: "Bei Überweisungen in den Iran wird natürlich genauer geprüft als etwa nach Deutschland", erklärt Reegen. Darüber hinaus gibt es eine Betragsgrenze. Grundsätzlich werde laut Reegen bereits ab 1.000 Euro genauer geschaut. Dabei liegt die Ursache aber nicht unbedingt in der Terrorismusbekämpfung sondern soll Betrug vorbeugen.

Das System habe sich laut Reegen bewährt. Es sei schon öfter vorgekommen, dass man Kunden vor dubiosen Geldtransfers habe schützen können. "Onlinebetrug ist ein großes Thema", so Reegen.

Kampf gegen Online-Betrüger

Das bestätigt auch Christian Weinberger, Prokurist der Raiffeisenbank Waidhofen. Vor allem der Betrug über Internetplattformen, mit Phishing-Mails und gefälschten Internetseiten lässt die Sicherheitssysteme der Banken regelmäßig Alarm schlagen. Weinberger: "In Polen werden beispielsweise günstige Traktoren anbieten. Ist aber das Geld einmal überwiesen, ist dort plötzlich niemand erreichbar. Diese Konten sind bekannt und unser System stoppt die Überweisung". Weinberger rät Kunden generell zur Vorsicht: "Wenn ein Traktor, der neu 20.000 Euro kostet, plötzlich um 10.000 Euro angeboten wird, stimmt etwas nicht. Niemand schenkt etwas her".

Auch Transfers an die berüchtigte Nigeria-Connection habe man schon verhindern können, so Weinberger. Etwa 300 bis 400 Überweisungen per Zahlschein werden bei der Raiffeisenbank Waidhofen täglich vorgenommen.

Allerhand Spaßvögel unterwegs

Natürlich treiben die Bankkunden auch allerelei Späße mit ihren Überweisungen. So bezeichnete ein Auftraggeber seine Kinder in der monatlichen Überweisung der Alimente als "Wurst und Käse". Für "erotische Dienstleistungen" wurde schon eine Parkstrafe in Waidhofen bezahlt und so mancher Waidhofner findet es besonders lustig sich in Überweisungen für die vergangene Nacht zu bedanken. Doch Vorsicht: im Zweifelsfall können Banken die Überweisung stoppen. Alle von uns befragten Bank-Profis raten von solchen Späßen ab.
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