29.08.2016, 10:57 Uhr

Metal Outbreak: Die Herzinfarkt-Beschleuniger

So geht Kuschelballade á la Mortal Strike.

Heavy-Metal Festival in Heidenreichstein: Tinnitus, Feuer, Randale und frittierte Leberkässemmeln

HEIDENREICHSTEIN. Ein paar Schritte näher am Herzinfarkt dürften sämtliche Besucher des Metal Outbreaks in Heidenreichstein sein - und das hat nicht nur musikalische Gründe.

Freunde des gepflegten Metal-Wahnsinns haben es im Waldviertel etwas schwer zu ihren musikalischen Drogen zu kommen: oft bleibt nur der Weg nach Wien oder Linz. Der Verein Metal Outbreak hat es sich zum Ziel gesetzt genau das zu ändern und holte am Freitag und Samstag die dreckigsten, behaartesten und vor allem lautesten Bands nach Heidenreichstein, derer man habhaft werden konnte.

Sichtlich Freude bei der Arbeit hatten die fünf Kuttenkrieger von Mortal Strike, die als Headliner am Freitag das Ihre zur erwähnten Herzinfarkt-Beschleunigung beitrugen. Dabei spielt man ja nach eigenen Angaben ausschließlich "Kuschelballaden" wie "MG42" - das genau so klingt, wie es der Titel verspricht. (Für alle Nicht-Auskenner: mit Ballade hat das nicht viel zu tun, siehe Videobeweis). Ein Satz von Sänger Matthias Gerstl fasst die Show von Mortal Strike perfekt zusammen: "Ich will hier Aufstand und Randale". Das Publikum folgte brav.



Der Samstag begann mit einer Überraschung namens Bad Therapy. Die Leipziger sind mit ihrem Metal-Stilmix auf jeden Fall ein Geheimtipp, denen man nur größeres wünschen kann. Neben Halo Creation, Uzziel, Aeons of Ashes standen auch die Lokalmatadoren von Sign of Decay als Co-Headliner neben Darkfall auf der Bühne. Die Waldviertler sorgten neben einem souveränen Auftritt für die Überraschung des Abends: die elfjährige Leonie ersetzte kurzfristig den krankheitsbedingt ausgefallenen Geiger Raphael Widmann - und rührte selbst gestandene Metalheads mit "Sound of Silence", das sie in einer Soloperformance auf die Bühne brachte.

Technisch gewohnt virtuos gingen auch Darkfall zur Sache, die gleich noch einen Schwertkampf mit zwei extra angereisten Schaukämpfern auf die Bühne brachten.

Was hat das alles jetzt mit Herzinfarkt zu tun? Ganz einfach: Wer neben seinen Ohren auch seinen Magen über Gebühr belasten wollte konnte, der konnte sich neben dem obligatorischen Bier auch mit doppelt frittierten Leberkäsesemmeln vollstopfen, benannt nach dem Chefkoch und Erfinder dieser kalorientechnischen H-Bombe "Faschings Herzinfarkt". Mortal Strike-Frontmann und Leberkäse-Gourmet Gerstl: "Einfach super!"

Fazit: das Metal Outbreak hat mit der Margithalle die optimale Location. Der sechsten Auflage, die Organisator Alex Riegler schon für 2017 bestätigte, darf man durchaus mehr Publikum wünschen - es zahlt sich aus!
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