29.06.2016, 10:42 Uhr

Padre Römer: Ein Groß Sieghartser hilft den Müllmenschen

Priester der Müllmenschen: tausende sind gezwungen auf den riesigen Müllhalden der Stadt zu leben. Padre Römer hilft den Ärmsten der Armen. (Foto: Wolfgang Zarl)

Martin Römer ist kein gewöhnlicher Pfarrer. Wie ein Absturz auf 5.300 Metern Höhe sein Leben veränderte

GROSS SIEGHARTS. Martin Römer ist kein gewöhnlicher Pfarrer. Der 49-Jährige Groß Sieghartser engagiert sich für die Ärmsten der Armen in Mexiko City.

Seine Heimatbesuche sind selten. Zu groß ist die Verantwortung für die sozial schwächsten Einwohner der 20 Millionen Einwohner-Metropole Mexiko City. Das dürfte auch der Grund sein, warum er in seiner Wahl-Heimat deutlich bekannter ist als hierzulande. In Mexiko kennt man Römer vor allem als "Priester der Müllmenschen".

Dabei deutete alles in Römers Werdegang ganz auf eine klassische Priesterkarriere hin. Bis der junge Student Anfang der 90er-Jahre eine Studienreise nach Mittelamerika unternahm. Dort traf er auf Pfarrer Roberto Guevara, der sich um die "Müllmenschen" kümmert. Jenen, die auf den riesigen Müllhalden der Großstadt leben müssen.

Dramatischer Absturz

In den letzten Tagen des Besuches wollte der junge Priester Römer eine Bergtour machen. Nach einem Höhenkoller am Popocatepetl in 5300 Meter Höhe rutschte er auf einem Schneefeld 500 Meter ab und blieb bewusstlos liegen. „Die Zeit im Krankenhaus und danach in Österreich war eine tieferschütternde Zeit für mich. Es war als ob Gott, so wie den Paulus, vom Pferd warf. Ich dachte an die Menschen und deren Arbeitsstätte: die Müllhalde.“ Zutiefst erschüttert von ihren Lebensbedingungen überlegte er Wege und Möglichkeiten, das Leben dieser Menschen zu verbessern. „Mir war es bewusst, dass mein Platz dort war, bei den Armen in Mexiko City“, so Martin Römer. Seit 20 Jahren ist Römer bereits vor Ort.

In den letzten Jahren hat er mit seiner Pfarrgemeinde ein ehemaliges Schwesternhaus angekauft und es für mittellose behinderte und kranke Menschen adaptiert. Derzeit werden 37 Personen von einem kleinen Team meist freiwilliger Helfer betreut. Ein großes Problem stellt in dem dreistöckigen Gebäude der Transport gehbehinderter oder bewegungsunfähiger Bewohner dar; es soll durch den Einbau eines Aufzugs gelöst werden. Die Pflege der Patienten kann durch Beiträge von Sozialversicherungen oder durch die öffentliche Hand sichergestellt werden, für den weitere Ausbau ist Martin Römer jedoch auf die Hilfe seiner Freunde in Europa angewiesen. Auch die diözesane Fastenaktion hat das Sozialprojekt bereits unterstützt. Außerdem arbeitet Römer derzeit intensiv daran die Caritas in der Millionenmetropole aufzubauen.
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