18.07.2016, 10:53 Uhr

Luft nach oben bei der Nahversorgung

Ein leeres Ladenlokal in der Goldeggasse. Die Bezirkspolitik sorgt sich um das Greißlersterben.

Geschäfte am Hauptbahnhof, aber kleine Läden sterben weg. So entwickelt sich die Wiedner Nahversorgung.

Die Wieden ist ein kleiner, dicht besiedelter, innerstädtischer Bezirk mit 31.600 Einwohnern. Wie stellt sich die Versorgungslage dar? Welche Auswirkungen hatte die Zielpunkt-Pleite? Wo sind die „weißen Flecken“ und welche Bedeutung hat der neue Hauptbahnhof? Diese Fragen beantwortet die bz im großen „Nahversorgungs-Check“.

Wie sieht die Gesamtlage aus?
Grundsätzlich ist die Wieden mit Supermärkten gut versorgt. Vor allem entlang der Favoritenstraße, die gleichzeitig eine wichtige Verkehrsader ist, gibt es viele Geschäfte und Bankfillialen. Insgesamt zählt der Lebensmittelhandel 96 Standorte auf der Wieden, wozu unter anderem auch Traffiken und kleien Einzelhändler gehören.

Welche Folgen hatte die Zielpunkt-Pleite?
Diese ist an dem Bezirk nicht spurlos vorübergegangen. Zwar wird in der ehemaligen Zielpunkt-Filiale auf der Favoritenstraße ein neuer BILLA eröffnen, doch die ehemalige Filiale am Südtiroler Platz ist noch nicht wieder vermietet. Bezirksvorsteher Leopold Plasch (SPÖ) bemüht sich aber um eine Nachfolge.

Was bringt der neue Hauptbahnhof?
Im Hauptbahnhof haben sich diverse Filialen großer Einzelhandelsketten eingerichtet, die Einkaufsmöglichkeiten sieben Tage die Woche und bis 23 Uhr am Abend anbieten. Es gibt aber eine Kehrseite: Kleine Kreißler und Ladengeschäfte haben es laut Bezirksvorstehung zunehmend schwer sich zu halten. Hier ist durchaus ein Sterben zu beobachten.

Gibt es weiße Flecken?
Mit Besorgnis haben Anrainer auf die geplante Schließung der BILLA-Filiale in der Weyringer Straße reagiert. Allerdings soll in den ehemaligen Räumlichkeiten der Bestattung Wien in der Goldeggasse ein neuer Supermarkt au 1000 Quadratmeter Fläche eröffnen. Ein Sorgenkind ist jedoch die Gegend rund um die Prinz Eugen Straße. Hier fordern Anrainer bereits seit Jahren einen Nahversorger. Es gibt auch ein leerstehendes Ladenlokal an der Ecke Wiedner Gürtel/Prinz Eugen Straße, doch hat sich hier bislang kein Mieter gefunden.

Wie sieht's mit der Anbindung aus?
Grundsätzlich super. Die Wieden ist gut mit den Öffis befahrbar. U1, U4 und der 13A durchqueren zuverlässig den Bezirk. Die Favoritenstraße ist eine wichtige Verkehrsader für den Individualverkehr. Es gibt allerdings nur sehr wenig Parkplätze für Einkäufer. Kaum ein Supermarkt hat eine Tiefgarage. Dieses Problem wird sich für den kleinen und dicht bebauten Bezirk auch nur schwer lösen lassen, so Bezirksvorsteher Leopold Plasch.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.