Fritz Maierhofer: "Schmuck hat viele Facetten"

Fritz Maierhofer in seiner Werkstatt: Die Armreifen aus Eisen sind kunstvoll emailliert
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  • hochgeladen von Ulrike Kozeschnik-Schlick

WÄHRING. Nicht das Material mache den Wert aus, sondern die künstlerische Intention hinter einem Schmuckstück, ist Fritz Maierhofer überzeugt. "Begonnen hat alles mit einer ganz normalen Berufsberatung Mitte der 1950er Jahre", erinnert er sich. Eigentlich wollte er Grafiker werden, weil er gern zeichnete, doch dann entschied er sich für eine Ausbildung zum Gold- und Silberschmied.

Bei Heldwein am Graben hat er seine Meisterprüfung gemacht und später das Atelier geführt. "Ich spürte bald, ich will etwas anderes machen, möchte Teil einer Entwicklung sein, neue Wege gehen", sagt er. Er folgte der allgemeinen Aufbruchstimmung und ging 1967 drei Jahre nach London. "Dort spürte man schon Bewegung im Schmuckdesign, erste Galerien entstanden, ich begann neben Edelmetallen auch mit Acryl zu experimentieren", so der Künstler.

In den 1980ern gestaltete er Schmuck aus Zinn und Gold, in den 1990er Jahren aus Aluminium, Stahl und Computertechnik. Und heute arbeitet er am liebsten mit Eisen, dem er mit wunderschönen Mustern aus Industrie-Emaille leuchtende Farben verleiht. "Das sind Entwicklungen, die mit eigenen Erfahrungen, Eindrücken und Veränderungen Hand in Hand gehen", erklärt der 77-jährige Künstler, der neben mehreren Aufenthalten in England und einer Ehe mit einer Engländerin auch auf 27 Jahre Landleben im niederösterreichischen Oberbierbaum zurückblickt. Dort züchtete er übrigens mit großem Erfolg Bordercollies.

Ideen kommen von selbst

Man müsse sie nur zulassen. Sie begegnen einem überall, doch besonders auf Reisen, für die er sich gerne eine Auszeit nimmt. Etwa jene drei Monate, die er 2013 im Piemont verbrachte. "Ich sah dieses Gebirgsmassiv des Monviso am Horizont, ganz weit weg, und eines Tages stand der Berg direkt vor mir", erzählt Maierhofer. "Der Berg ist zu mir gekommen, jetzt mache ich Berge", so der Währinger. Er formte diese zu Skulpturen und gestaltete Eisenbroschen, die aussehen wie dieser ganz besondere Berg. Sie werden übrigens unsichtbar mit einem Magnet auf der Kleidung befestigt.

Die Zahl seiner erfolgreichen Ausstellungen im In- und Ausland ist groß. Er stellte im Victor Albert Museum London ebenso aus, wie im Museum of Art and Design New York, nicht zu vergessen die große Ausstellung im Wiener MAK im Jahr 2015. Sein Lebenswerk "Jewellery and more!" ist kürzlich in einem Prachtband erschienen. Bereits 2003 wurde ihm der Titel Professor verliehen.

Zur Sache

Das Atelier von Fritz Maierhofer befindet sich in der Gentzgasse 103. Geöffnet nach Voranmeldung unter Tel. 0699/1944 1084. Mehr Infos unter www.fritz-maierhofer.com

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