30.10.2016, 14:27 Uhr

"Der Bockerer" gastiert im Theater Center Forum

Regisseur Marcus Strahl mit seinem "Bockerer" Rudi Larsen

Regisseur Marcus Strahl bringt das Traditionsstück über den Nationalsozialismus in den Alsergrund.

ALSERGRUND. Regisseur Franz Antel und Hauptdarsteller Karl Merkatz machten den "Bockerer" in den 1980er-Jahren als Filmreihe berühmt. Nun hat sich Regisseur Marcus Strahl der Geschichte des aufmüpfigen Wiener Fleischhackers angenommen und eine Neufassung geschrieben. "Im Original gibt es Rollen für 30 Schauspieler, was für kleinere Bühnen oder ein Tourneetheater kaum zu schaffen ist", so Strahl.

In seiner Inszenierung spielen zehn Schauspieler gleich mehrere Rollen. "Das ist zwar teilweise stressig für die Künstler, aber auch spannend, weil sie binnen Minuten in ganz unterschiedliche Charaktere und Kostüme schlüpfen und selbstverständlich auch anders sprechen müssen."

Prominente Eltern

Marcus Strahl (48) ist der Sohn des Schauspieler-Ehepaares Waltraud Haas und Erwin Strahl und hat vor nunmehr 25 Jahren den Bockerer-Sohn Hansi auf einer Theatertournee durch Deutschland gespielt. "Seither hat mich das Stück nicht mehr losgelassen", sagt er.

"Diesmal haben wir auch ein komplett neues Team." Auf den damaligen Bockerer-Darsteller Rudi Larsen wollte er aber keinesfalls verzichten. Er spielt auch in der Neuinszenierung die Titelrolle. "Er war und ist einfach ein genialer Bockerer", so Strahl.

An seiner Seite steht Irene Budischowsky als seine Frau "Binerl". In weiteren Rollen: Stephan Paryla-Raky, David Miesmer, Leila Strahl, Anke Zisak, Martin Gessl-bauer, Sebastian Blechinger, Johannnes Kaiser und Gregor Viilukas. Ganz neu sind auch das Bühnenbild von Martin Gesslbauer (er spielt u.a. auch Herrn Rosenblatt) und die spannenden Projektionen und Animationen von Andreas Ivancsics. Geprobt wird seit Anfang September, passend zum Stück und nur wenige Minuten vom Alsergrunder Theater Center Forum entfernt auf einer Probebühne in einem Gemeindebau, den Georg-Schmiedel-Hof in der Hannovergasse in der Brigittenau.

Erzählt wird die Geschichte des Fleischhauers Karl Bockerer, dessen Leben durch den Anschluss Österreichs an das Dritte Reich komplett aus den Fugen gerät. Sein Sohn Hansi ist der Faszination der Nazis bereits erlegen, seine Frau Binerl zieht es zu deren Aufmärschen hin. Als die Nazis dann auch noch seinen jüdischen Tarockpartner Herrn Rosenblatt vertreiben, beginnt er, sich auf seine Art zu wehren: mit einer Mischung aus Naivität, Humor und Bauernschläue.

Zur Sache:

Die nächsten Vorstellungen des "Bockerer" im Theater Center Forum finden von 15. November bis 3. Dezember statt. Kartenreservierungen im Internet auf der Homepage www.theatercenterforum.at
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