"Gartenstraße" im Gespräch
So könnte eine begrünte Brigittagasse aussehen
- Die Grünen Brigittenau würden gerne die Brigittagasse mit mehr Grün umgestaltet wissen.
- Foto: Grüne Brigittenau.
- hochgeladen von Michael Marbacher
Die Grünen wollen mehr Natur im Bezirk und dabei die Stadt um zwei Umgestaltungsmaßnahmen ersuchen. Eine neue "Gartenstraße" und ein "Low-Traffic-Grätzl" sollen bald im Bezirk besprochen werden, ehe der Wunsch weitergeleitet wird.
WIEN/BRIGITTENAU. Grünflächen und großkronige Bäume kühlen das Grätzl ab. In der Brigittenau findet man diese beileibe nicht an jeder Ecke: Lediglich 8,9 Prozent der Gesamtfläche sind Grünflächen. Damit ist die Brigittenau im unteren Drittel unter den Bezirken.
Mit zwei Anträgen wollten die Grünen in der vergangenen Bezirksvertretungssitzung daran etwas ändern und verlangten eine sogenannte "Gartenstraße" und ein "Low Traffic Grätzl".
Gartenstraße wie in Paris
In einem der beiden Anträge wird die Brigittagasse als mögliche "Gartenstraße" genannt. Dabei handelt es sich um eine Begrünungsmaßnahme der Stadt Wien, die Teil des Stadtentwicklungsplans 2035 ist und aus Paris stammt. Bezirke können die Errichtung einer "Gartenstraße" bei den zuständigen Stellen der Stadt Wien beantragen.
Diese begrünten Straßen sind zumindest einen Block lang, fördern ein aktives Mobilitätsverhalten und verbieten das Parken. Anstelle von Parkflächen werden Sträucher und Bäume gepflanzt. "Gartenstraßen" sind laut dem Stadtentwicklungsplan dort vorgesehen, wo das Grün- und Freiraumangebot besonders gering ist. Bis 2035 sollen mindestens 25 "Gartenstraßen" entstehen. In der Brigittenau wäre es die Erste.
- So könnte eine Gartenstraße Brigittagasse aussehen. (Mit KI generiert)
- Foto: Visualisierung: Grünerator
- hochgeladen von Michael Marbacher
Die Grünen schlagen die Brigittagasse als Umsetzungsgebiet vor. "Die Probleme in der Brigittagasse sind lange bekannt: Viele Stufen und schmale Gehsteige behindern die Fußgängerinnen und Fußgänger. Auf weiten Strecken fehlt jegliches Grün und jegliche Beschattung", so Klubobfrau Barbara Pickl (Grüne). Eine "Gartenstraße" könnte laut ihr auch verhindern, dass die Straße noch stärker befahren wird, sobald das neue Stadtviertel Nordwestbahnhof steht. Die Grünen in der Brigittenau haben zur besseren Visualisierung eine KI-gestützte Darstellungssoftware, den "Grünerator", herangezogen.
Nach Londoner Vorbild
Beim "Low Traffic Grätzl" handelt es sich wiederum um eine Verkehrsmaßnahme, die bereits in London angewendet wird. In deren Mittelpunkt steht die Verkehrsberuhigung: Durch eine geänderte Einbahnregelung und an Kreuzungen aufgestellte Pflanztröge soll der Durchzugsverkehr umgeleitet werden. Mobile Begrünungs- und Sitzelemente sind ebenfalls Teil der Maßnahmen. In Meidling wurde bereits das erste "Low Traffic Grätzl" eröffnet, mehr dazu unten.
Auch in diesem Fall können die Bezirke eine Umsetzung erwirken. Die Grünen Brigittenau können sich eine derartige Straße in der Nähe des Hannovermarkts vorstellen, um das Grätzl vor dem Verkehrslärm der anreisenden Marktbesucher zu schützen.
- Ein "Low Traffic Grätzl" könnten sich die Grünen in einem der Grätzl um den Hannovermarkt vorstellen.
- Foto: Michael Marbacher
- hochgeladen von Michael Marbacher
Beide Anträge wurden einstimmig an die Bezirksentwicklungskommission verwiesen, um die Einzelheiten und mögliche Probleme auszuarbeiten. Deren nächste Sitzung wird erst Ende des Sommers stattfinden. Eine finale Entscheidung ist damit erst frühestens in einer der kommenden Bezirksvertretungssitzungen zu erwarten.
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