Für rund 4.700 Gläubige
Erster Mormonen-Tempel Österreichs entsteht in Döbling
- So soll der Tempel in drei Jahren aussehen.
- Foto: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- hochgeladen von Fabian Franz
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, sie zählt zur Konfessionsgruppe der Mormonen, baut ihren ersten Tempel in Österreich. Als Standort wurde die Döblinger Silbergasse ausgewählt. Die Arbeiten sollen gut drei Jahre andauern. 4.700 Mitglieder zählt die Kirchengemeinschaft derzeit.
WIEN/DÖBLING. In der Döblinger Silbergasse fand am Samstag, 17. Oktober, der Spatenstich für den ersten Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Österreich statt. Die Bauzeit für das Projekt ist mit rund drei Jahren veranschlagt.
Auf einer Liegenschaft von 3.240 Quadratmetern errichtet die Glaubensgemeinschaft ein Gebäude mit einer Grundfläche von rund 1.400 Quadratmetern. Das bisherige Gemeindehaus auf dem Grundstück wird dafür abgerissen. Die Gläubigen nutzen währenddessen den Standort in der Leopoldstädter Böcklinstraße 55.
Eigene Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt vollständig aus kircheneigenen Mitteln. Das Gebäude umfasst fünf Geschoße – zweieinhalb oberirdisch und zweieinhalb unterirdisch. Der Entwurf soll neoklassizistische und moderne Elemente kombinieren und sich gestalterisch am Jerusalemer Tempel Salomos orientieren. Im Innenbereich sind unter anderem maßgefertigte Bleiglasfenster mit Edelweißmotiven vorgesehen.
- In drei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
- Foto: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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Für die Energieversorgung wird der Bau an das Wiener Fernwärme- und Fernkältenetz angeschlossen und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Der bestehende Baumbestand auf dem Areal bleibt größtenteils erhalten und soll zusätzlich ergänzt werden. Für Fahrzeuge entsteht eine Parkanlage mit 24 Stellplätzen, ergänzt um zwei barrierefreie Parkplätze im Außenbereich sowie Fahrradabstellplätze.
4.700 Mitglieder in Österreich
Die Kirche zählt in Österreich nach eigenen Angaben rund 4.700 Mitglieder in 17 Gemeinden, die für Tempelbesuche bislang ins Ausland reisen mussten. Tempel erfüllen andere Aufgaben als Gemeindehäuser: Sie dienen nicht den wöchentlichen Sonntagsgottesdiensten, sondern speziellen Zeremonien wie Eheschließungen, und bleiben sonntags geschlossen, erklärt man.
Zum Spatenstich versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der Glaubensgemeinschaft sowie Gäste aus Verwaltung und Religionsgemeinschaften, darunter Horst Krönigsberger vom Kultusamt, der Religionswissenschaftler Hans Gerald Hödl, Ümit Vural von der islamischen Glaubensgemeinschaft und Erika Erber von der buddhistischen Religionsgesellschaft.
- Rund 4.700 Mitglieder zählt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage österreichweit.
- Foto: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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Elder Michael Cziesla aus der Gebietspräsidentschaft Europa Mitte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sprach ein Weihungsgebet am Baugrund und leitete die Feier. "Ich freue mich von Herzen auf diesen Tempel, weil Jesus Christus meine Freude ist – und weil dies sein Haus sein wird", betont er.
Auf Zeit für Öffentlichkeit
"Der Tempel soll ein Ort sein, an dem der Glaube an Jesus Christus gestärkt wird und Menschen Frieden, Hoffnung und Zuversicht finden. Er wird auch ein Beitrag zur kulturellen und religiösen Vielfalt Wiens sein – ein Zeichen des Miteinanders und des gegenseitigen Verständnisses", ergänzt Simon Soucek, Präsident des österreichischen Kirchenvorstands der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage .
Nach der Fertigstellung in etwa drei Jahren – also 2029 – soll das Gebäude im Rahmen von Tagen der offenen Tür auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein, bevor es geweiht wird. Nach der Weihung steht das Innere ausschließlich vorbereiteten Kirchenmitgliedern offen, während das Außengelände frei zugänglich bleiben soll.
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