Wien-Favoriten
Zwist um den Reumannplatz Neu

David Ifraimov, Georg Kö, Alice Fehrer, Robert Sommer und Oswald Kuppelwieser (v.l.) wollen die barocke Sichtachse am Reumannplatz erhalten.
  • David Ifraimov, Georg Kö, Alice Fehrer, Robert Sommer und Oswald Kuppelwieser (v.l.) wollen die barocke Sichtachse am Reumannplatz erhalten.
  • hochgeladen von Karl Pufler

Eine Initiative macht gegen einen "Gastro-Tempel aus Beton" mobil. Man will den Plan der Wirtschaftskammer für die Umgestaltung des Reumannplatzes nicht akzeptieren.

FAVORITEN. "Wir brauchen einen freien Platz und keinen Betonbunker", so Georg Kö von der "Initiative Offener Reumannplatz". Er zeigt sich schockiert von der Idee, mitten am Reumannplatz einen "Gastro-Tempel" zu errichten.

Der Plan, der von der Wirtschaftskammer präsentiert wurde, empört die Gruppe um Georg Kö. "Das ist genau das Gegenteil, was in der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung dieses Areals herausgekommen ist", meint auch Alice Fehrer. "Damit wäre die barocke Sichtachse der Favoritenstraße durchbrochen", so die Historikerin.


Melange zum Reumannplatz


Gemeinsam kämpfen die Favoritner für mehr Grün und einen konsumfreien Park. Mit bequemeren Bankerln und Tischen, wo man miteinander reden kann, ist es möglich, selbst Mitgebrachtes zu verzehren. "Oder man kann sich einfach von den ansässigen Kaffeehäusern und Unternehmern die Melange auf den Reumannplatz bringen lassen", wünscht sich Fehrer.

Auch David Ifraimov vom Verein "Gärten für alle" hält nichts von der Idee, einen Gastronomie-Bau mit rund 100 Sitzen auf dem Platz zu positionieren. Er wünscht sich eher Pflückgärten: Gemüse und Bäume mit Obst, das von den Besuchern kostenlos gepflückt und gegessen werden kann.


Was kommt?


"Der Reumannplatz Neu wird nach den Wünschen der Bevölkerung gestaltet, die in das Beteiligungsverfahren eingebunden worden ist", erklärt Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ). Es werden vier konsumfreie Bereiche entstehen: Eine Kinderzone beim Amalienbad, ein Ruhebereich mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, eine Jugendzone samt Bühne sowie ein öffentlicher Bereich mit Kunst. Mehr Sitzmöglichkeiten und Wasserfontänen sind ebenso geplant.

"Die Idee einer Gastro-Insel ist deshalb entstanden, weil die Sozialräume der Wiener Linien nicht abgetragen werden konnten und eine sinnvolle Nachnutzung gesucht wurde", erklärt Franz. So soll das höherwertige Gastro-Angebot den Tichy ergänzen, der im Winter zusperrt und die soziale Durchmischung fördern, so der Bezirksvorsteher.

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