Metaller Gewerkschaft feiert sich selbst

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Metaller Gewerkschaft feiert sich selbst

Im Schnitt 1,68% Lohnerhöhung. Das ist die Ausbeute der heurigen Lohnverhandlungen der Metaller.
Nach der jetzigen Inflationsrate (0,9% - lt. Warenkob über den man streiten kann) scheint es auf den ersten Blick ein gutes Plus zu sein. Doch schauen wir mal dahinter, kommen wir schnell drauf das sich im Laufe des nächsten Jahres wieder ein sattes Minus ergeben wird. Noch mehr in den anderen Branchen welche aus Erfahrung weit darunter abschließen.

Solange die kalte Progression nicht abgeschafft wird, wird sich daran auch nichts ändern. Und das ist nur ein Teil der Krux. Denn nicht nur wenn man dadurch in eine höhere Steuerklasse fällt, sondern auch wenn nicht, kassiert der Staat den Großteil der Erhöhung.
Bei 2000.- € Brutto sind das 32.- € Netto wovon nur 17.- € im Börserl bleiben. Die Preiserhöhungen aber müssen wir Netto an der Kasse zahlen und auch dort nimmt man uns von der Steigerung nochmal 20% an Steuer weg.

Bedenkt man nun auch die Prognostizierte Inflation bis zur nächsten Lohnverhandlung (1,7%) muss im Laufe des Jahres ein Minus heraus kommen. Die Lohnsteuerreform hat sich schneller verflüchtigt als sie gekommen ist. Die Schere geht immer weiter auseinander weil Vermögen mehr wert ist als Arbeit und Lohnerhöhungen immer noch Prozentuell erfolgen anstatt mit fixen Summen.

Dem Staat kann es nur recht sein. Wer einmal bei Kollektivvertragsverhandlungen dabei gewesen ist, weiss das hier für den Staat verhandelt wird. Das ist den meisten Bewusst. Auch wenn es Vorwiegend um Arbeitnehmreinteressen geht will man dem Wirtschaftsstandort Österreich auch nicht schaden. Nicht umsonst sind Gewerkschaftverhandler Mitglieder der einen oder anderen Fraktion und bei weitem nicht so unabhängig wie sie gerne sein würden bzs. sollten.

Von einen Mittelmäßigen Abschluß profitiert der Staat in zweierlei Hinsicht. Einerseits stellt er die Arbeitnehmerschaft ruhig und bekommt dabei auch noch ein sattes Plus an Steuereinnahmen. Andererseits wird die Wirtschaft nicht vollends Verkrault, die Gewinne können weiterhin erhöht werden und auch dadurch gibt es wieder ein sattes Plus an Steuereinnahmen.

Wenn man nicht bald umdenkt und den Menschen wieder über den Profit und die Arbeitsleistung über den Kapitalertrag und Spekulation stellt lässt sich die Abwärtsspirale der Endverbraucher nicht mehr aufhalten. Dann stehen wir wie Kinder vor einem Süßwarengeschäft nur mit der Aufschrift. "Wir müssen draussen bleiben"

Also liebe Metallergewerkschafter. Es gibt keinen Grund zum Feiern, es ist Zeit nachzudenken. Im übrigen ist 1% vom Bruttogehalt (Vor Steuern) Mitgliedsbeitrag schon heftig. Vor allem wenn man die Abschlüsse der letzten Jahre sieht.

Autor:

Alfred Kaipel aus Floridsdorf

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