Bussard-Abschuss
Anzeige wegen Tierquälerei

Der Mäusebussard wird in Haringsee gepflegt.
  • Der Mäusebussard wird in Haringsee gepflegt.
  • Foto: Vier Pfoten
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

HARINGSEE. Illegal angeschossen und einfach verletzt auf einem Feld zwischen Bruck und Enzersdorf an der Fischa zurückgelassen: Das ist das Schicksal eines Mäusebussards, der vor einigen Tagen von einer Dame gefunden in die  Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht wurde. Das EGS-Team stellte sehr schnell eine Unterarmfraktur fest. Ob der Vogel, der nun in der EGS gepflegt wird, wieder voll flugfähig wird, kann man im Moment noch nicht abschätzen. Die EGS Haringsee erstattete Anzeige beim Bundeskriminalamt.

„Es handelt sich nicht nur um einen Verstoß gegen das gültige Jagdrecht, sondern auch um eine schwere Tierquälerei“, sagt Hans Frey, Tierarzt und Leiter der EGS. „Eine Untersuchung der Blutwerte ergab einen erhöhten Bleiwert im Blut, der ohne Behandlung zu einer Bleivergiftung führt. Wir behandeln diese Vergiftung nun mit Medikamenten.“
Alle Greifvögel sind ganzjährig geschont und dürfen nicht bejagt werden. „Eine schwere Tierquälerei ist es deshalb, da der verletzte Vogel seinem Schicksal überlassen wurde und ohne die Hilfe der Finderin qualvoll verstorben wäre“, sagt Frey.

Greifvögel erleiden ohnehin durch Leitungsanflüge, Straßenverkehr, Bahnlinien und Windräder erhebliche ungewollte Bestandsverluste. „Umso trauriger und grausamer ist es, wenn bewusst und widerrechtlich auf sie geschossen wird“, so das Fazit von Dr. Frey.

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