Nachwuchs in der Marchegger Au: Das erste Konik-Fohlen ist da

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MARCHEGG. Der WWF freut sich über den ersten in Marchegg geborenen Konik-Nachwuchs. Das weibliche Fohlen, das im Spätsommer das Licht der Welt erblickt hat, erfreut sich bester Gesundheit. Wenige Wochen später ergänzte bereits ein weiteres männliches Jungtier die Herde. Den beiden Fohlen geht es gut.

Ausgeprägter Mutterinstinkt

„Der Mutterinstinkt ist bei unseren Stuten bestens ausgeprägt, und die ganze Herde hat den Nachwuchs sehr gut aufgenommen. Das zeigt, dass die Pferdeweide im Naturreservat den Tieren einen optimalen Lebensraum bietet.“, erklärt Jurrien Westerhof, Projektleiter des WWF und ergänzt: „Nach drei Jahren Laufzeit fällt eine erste Zwischenbilanz des Projekts sehr positiv aus. Unter dem Einfluss der Weidetiere entwickeln sich schöne artenreiche Weiderasen, Staudenfluren und Waldsäume.“

Damit es den Tieren gut geht, haben Pferdebetreuer und WWF gerade in der ersten kritischen Zeit ein besonderes Auge auf die Kleinen und ihre Mütter. In dieser sensiblen Phase wird eine enge Bindung zwischen den Stuten und Fohlen aufgebaut. Ein Gesundheitscheck durch den betreuenden Veterinärmediziner gehört selbstverständlich dazu.

Konik = Polnisch für Pferdchen

Mittlerweile besteht die 2015 begründete Herde aus elf Koniks – polnisch für „Pferdchen“ – denen ganzjährig 70 Hektar Fläche an Auwiesen und Auwäldern zur Verfügung steht. Dort leben sie unter regelmäßiger Kontrolle des Pferdebetreuers weitgehend selbstständig und unter möglichst natürlichen sozialen Bedingungen. Die kleinen, aber robusten und genügsamen Tiere sind perfekt an die rauen Lebensbedingungen der Au angepasst und kommen mit gelegentlichem Hochwasser, Gelsen und den wechselnden Futterquellen bestens zurecht.

In intensiven Begleituntersuchungen wurden in den ersten drei Jahren die Auswirkungen der Beweidung auf die Vegetation, auf Störche, Heuschrecken und Wildtiere genau beobachtet. Die Beobachtung der Wildtiere hat gezeigt, dass das Miteinander der Koniks mit den anderen Vierbeinern der Au - Wildschwein, Reh, Hirsch und Fuchs - problemlos funktioniert. „Die deutlichen Wechsel zeigen, dass die Wildtiere sich von den Zäunen und den Pferden nicht gestört fühlen und weiter ihre gewohnten Pfade benutzen.“, erläutert Westerhof den Einfluss auf Wildtiere. „Unsere Störche nutzen die Weideflächen intensiv zur Futtersuche, mit dem Wiedehopf brütet eine charismatische Vogelart erstmals seit vielen Jahren wieder im Gebiet. Zugenommen hat auch die Artenvielfalt an Heuschrecken und Pflanzenarten.“

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