28.11.2016, 00:00 Uhr

10 Vögel gegen die Autobahn

Schnellstraßengegner: Leopold Haindl, dessen Anwalt Wolfgang List und Virus-Sprecher Wolfgang Rehm.
BEZIRK. Die Verhandlungen zur Marchfeldschnellstraße sind vergangene Woche abgeschlossen worden. Ob und wenn ja wann gebaut wird? Die vorsichtige Prognose der Asfinag lautet 2019.

Zuvor sind noch ein paar Details in Arbeit, unter anderem müssen Fragen zu zehn kleinen, unscheinbaren Vögeln geklärt werden. Es geht um den unter Naturschutz stehenden Triel, einen Steppenvogel, der in Südwesteuropa, Asien und Afrika beheimatet ist. 50.000 Triele leben in Frankreich und Spanien, ungefähr zehn in Markgrafneusiedl.

Sie haben sich in den 90er-Jahren in jenen Schottergruben angesiedelt, die nahe der S-8-Trasse liegen. Zugleich befindet sich hier Natura 2000-Gebiet, eine Schutzzone für Pflanzen und Tiere, vornehmlich für viele Vogelarten. Beim Bau der S 8 müssen sämtliche Kriterien zum Schutz des Natura-2000-Gebiets erfüllt werden.

Der öffentliche bestellte Gutachter, der die Projektunterlagen der Asfinag als positiv beurteilt hatte, stand nun unter Kritik zweier Gutachter, die wiederum von den Autobahngegner bestellt worden waren.

Der Biologe Egon Zwicker, beauftragt von dem Landwirten und erklärtem S-8-Gegner Leopold Haindl, bezeichnet die Arbeit seines Kollegen als "enttäuschend". Wesentliche Details würden fehlen, der Triel sei nicht ausreichend geschützt, die S 8 können so nicht gebaut werden. "Eine Untertunnelung wäre eine Lösung", meint er.

Asfinag-Geschäftsführer ist zuversichtlich

Von Seiten der Asfinag zeigt man sich dennoch zuversichtlich. Geschäftsführer Alexander Walcher: "Wir werden uns mit den Kritikpunkten nochmals auseinandersetzen, die Unterlagen sind jedoch absolut korrekt, daher gehe ich nicht davon aus, dass größere Änderungen notwendig sind."
Doch die Projektoptimierung und Verbesserungen im Sinne der Anrainer sind nicht das Ziel der Kritiker. UVP-Experte Wolfgang Rehm: "Die Verhandlung war nur eine Episode auf dem Weg, das Problemprojekt S 8 loszuwerden."
Eines ist jedenfalls sicher: Bis der Bescheid erstellt und weitere zu erwartende Einsprüche abgehandelt sind, werden noch Jahre vergehen.
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