09.10.2017, 17:10 Uhr

Überleben in Gänserndorf: Rettet die Smombies

So nicht: Handy am Steuer ist gefährlich und verboten.

Die Bezirksblätter suchten die größten Gefahrenquellen für Handy-Junkies im Bezirk.

BEZIRK GÄNSERNDORF. In St. Pölten wurde Niederösterreichs erster Airbag um eine Laterne montiert. Hintergrund - Smartphone-Zombies, sogenannte „Smombies" sollen vor schmerzhaften Kollisionen geschützt werden. Die Aktion des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hat einen ernsten Hintergrund: Im Jahr 2016 gab es 1.560 Unfälle mit Fußgängern im Straßenverkehr durch Ablenkung, 16 Personen starben. Wir haben uns im Bezirk umgesehen, wo die größten Smombie-Fallen lauern.
Am Montag vor Schulbeginn auf der Suche nach W-LAN orientierungslos durch die Innenstadt zu stolpern ist nicht nur keine gute Idee, sondern schlicht lebensmüde. Der Smombie-Walk im besiedlungsarmen Flachland ist aber auch nicht zu empfehlen. Waren es früher hauptsächlich Betrunkene, die ein unrühmliches Ende in Güllegruben fanden, müssten heute eigentlich Schutzzäune für Smartphone-Junkies angebracht werden. Auch Traktoren oder Rübenerntemaschinen stellen am Land großes Gefahrenpotenzial für Handy-Opfer dar.

Freiwild für Radfahrer

Radwege sind die nächsten Risikozonen, vor allem seit völlig ungeübte, übergewichtige Nicht-Sportler ihre plötzliche Liebe zum Drahtesel entdeckten. Genau da liegt das Problem: Ein geübter Radfahrer wird jedem verirrten iPhone-Untoten mühelos ausweichen können. Bei Pseudo-Radlern, die schon mit dem Geradeausfahren ihre liebe Mühe haben, haben Smombies keine Chance und sind Freiwild.
Niemals, unter keinen Umständen, sollten Sie bei einem Besuch eines der vielen Aussichtstürme des Bezirks - wie jener am Hohenauer Kühlhaus - auf die Idee kommen einige abenteuerliche Selfies zu schießen. Sie wären nicht der erste auf der Opfer-Liste.


Verkehrsteilnehmer in Gefahr

Auf den Bahngleisen mit dem Smartphone spielen, ist grundsätzlich keine gute Idee. In Neusiedl oder Dobermannsdorf dürfen Sie das aber ausnahmsweise - hier fährt nämlich kein Zug mehr.
Doch zurück zu den ernsten Gefahren, denn beim Autolenken per WhatsApp zu chatten, ist bei weitem kein Kavaliersdelikt. Der Verkehrsreferent der Polizei Gänserndorf, Karl Löffler, erinnert sich noch deutlich an Pokémon-Go-ferngesteuerte Jugendliche, die mit Smartphone auf Monster-Jagd gingen und informiert: "Wer mit Augen, Ohren und Gedanken nicht bei der Sache ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere." Airbags auf Laternenmasten oder Ähnliches sind in Gänserndorf nicht geplant.
"Da appellieren wir an die Vernunft der Menschen", sind sich Löffler und Bürgermeister René Lobner einig.
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