Zur Sache

Der österreichische Verband Creditreform als staatlich bevorrechteter Gäubigerschutzverband gibt die Einbringung eines Insolvenzeröffnungsantrags am Landesgericht Krems an der Donau über das Vermögen der Schuldnerin Backhausen interior textiles GmbH, FN 214286 b, Hoheneich 136, 3945 Hoheneich bekannt.

Verfahrensart: beantragt wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung
Datum Einbringung: 10. 10. 2012
Unternehmensgegenstand: Familien-Traditionsunternehmen mit einer über 160-jährigen Unternehmensgeschichte. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von Textilprodukten für den Wohnbereich, Objektbereich und die Möbelindustrie sowie der Vertrieb von Textilprodukten im Großhandel und Einzelhandel.
Aktiva: 3.260.001,21 Euro (bei going concern EUR 3.399.599,21)
Passiva: 6.644.672 Euro (davon 2.508.229 Euro sonst. und Lieferverbindlichkeiten, 4.136.443 Euro Bankverbindlichkeiten)
Anzahl Gläubiger: derzeit 170
Betroffene Dienstnehmer: 101 Dienstnehmer (69 Angestellte, 32 Arbeiter)
Fortführung: beabsichtigt
Sanierungsplan: derzeit wird eine Quote von 30 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme angeboten

Insolvenzursachen laut Antrag:
Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, daraus folgende Projektverschiebungen und die verzögerte Anpassung der Kostenstruktur führten 2010 zu einem negativen operativen Ergebnis in Höhe von rund EUR 647.000,-. Die Geschäftsführung sah sich veranlasst, ein Restrukturierungsprogramm mit Hilfe eines externen Beraters umzusetzen. Aktuell wird mit einer Marketingagentur an einer optimierten Vertriebsstrategie und an einem Marketingrelaunch gearbeitet, wodurch sich Umsatzsteigerungen ergeben sollen.
Bereits 2011 wurde aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage (Preisverfall im Großobjektgeschäft, Reduktion der Aufträge und Konkurrenz aus Asien) eine Fortbestehensprognose erstellt. Man wollte sich besonders auf Nischen und höherwertige Produkte konzentrieren. Ebenfalls wurde hier ein Berater für ein neues Vertriebskonzept hinzugezogen. Durchgeführte Einsparungsmaßnahmen im Personalbereich und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wirkten sich bereits 2012 aus. Zur Unterstützung des Restrukturierungsprogramms wurden Tilgungsfreistellungen als Beitrag der finanzierenden Banken verhandelt.
Im Zuge dieser strategischen Neuausrichtung beabsichtigte das schuldnerische Unternehmen, einen strategischen Investor in den Gesellschafterkreis aufzunehmen. Nach entsprechender Suche kam es über Betreiben der Hauspbank zum Kontakt mit Scheich Al Jaber.
Nach entsprechenden Verhandlungen wurde Ende April 2012 ein entsprechender Generalversammlungsbeschluss auf Kapitalerhöhung erzielt, wobei sich die JJA Beteilligungsverwaltungs GmbH (Scheich Al Jaber) verpflichtete, EUR 584.400,- um den beschlossenen Übernahmepreis von EUR 3,2 Mio. (Agio 2.615.600,-) bis längstens 30.5.2012 einzuzahlen. Darüber wurde ein entsprechender Notariatsakt verfasst.
Die JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH hat jedoch trotz mehrfacher Fristsetzung nicht den erforderlichen Betrag einbezahlt (lediglich ein Teil von EUR 350.000,- wurde bezahlt). Trotz mehrerer Beteuerungen von Al Jaber, die fehlenden 2,85 Mio. kurzfristig einzubezahlen, folgten keine Taten. Im Falle des Einbezahlens der fehlenden Summe wäre der Schuldnerin ein Working Capital von EUR 1 Mio. zur Verfügung gestanden.
Die Schuldnerin ist sich jedoch auf Grund mehrerer Kontakte zu alternativen Investoren sicher, sollte nicht noch eine Zahlung seitens der JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH folgen, das Unternehmen mit einem neuen Partner fortführen zu können.

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