Ehrenamt
Warum in Hernals "Omas", "Opas" und Kinder voneinander lernen
- Ulrike Fischl begleitet ihren Schüler bereits seit fünf Jahren.
- Foto: Matthias Pandrea/MeinBezirk
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Im Hernalser Lernraum des Vereins "NL40" unterstützen ehrenamtliche „Omas“ und „Opas“ sozial benachteiligte Kinder mit dem Schulstoff. Warum diese Form der Lerngruppe weit mehr ist als Nachhilfe, weiß eine der ehrenamtlichen Lernhelferinnen, Ulrike Fischl.
WIEN/HERNALS. In einem hellen Raum türmen sich Bücher in den Regalen, und an den Tischen begegnen sich Erfahrung und Neugier gleichermaßen. Der Lernort, der hier in der Kalvarienberggasse 11 entstanden ist, geht weit über den herkömmlichen Schulstoff hinaus. Zweimal pro Woche setzt sich die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ulrike Fischl mit „ihrem“ Schüler im Rahmen des "Oma/Opa-Projekts" zusammen – und das seit mittlerweile fünf Jahren.
Was mit einem Spaziergang im Grätzl begann, wurde für die pensionierte Volksschullehrerin zur neuen Berufung. „Ich bin zufällig am Lernraum vorbeigegangen und habe den Aushang gesehen: Der Rest ist Geschichte“, sagt sie schmunzelnd. Hinter dem Projekt steht der gemeinnützige Verein "NL40". Gegründet in der Neulerchenfelder Straße 40, widmet sich der Verein seit 2006 der generationenübergreifenden Förderung des Menschen.
Gemeinsam Zeit verbringen
Ein zentrales Anliegen des Vereins ist das "Oma-/Opa-Projekt": Die 2009 initiierte Initiative richtet sich an bildungs- und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Wenn die Unterstützung außerhalb der Schule fehlt, geraten viele Kinder schnell ins Hintertreffen.
- Die Lernpaare verbringen wöchentlich an zwei Nachmittagen Zeit miteinander.
- Foto: NL40
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Die ehrenamtlichen "Omas" und "Opas" – wie sie liebevoll von den Kindern genannt werden – schenken Zeit und Erfahrung und ermöglichen den Kindern so einen alternativen Zugang zur Bildung. Die Lernpaare lesen, rechnen oder bereiten gemeinsam das nächste Referat vor. Entscheidend ist dabei nicht ein pädagogischer Hintergrund, wie Fischl betont: „Es ist nicht so wichtig, was man alles kann. Hauptsache, man ist bemüht und verbringt Zeit mit dem Kind.“
Selbst "Oma" oder "Opa" werden
Der kontinuierliche Kontakt fördert nicht nur schulische Leistungen. Viele Kinder gewinnen auch Selbstvertrauen und Sprachkompetenz, besonders wenn Deutsch nicht ihre Erstsprache ist. Während der Lerneinheiten steht das Team des Vereins den Freiwilligen beratend zur Seite.
Fischl versteht das "Oma/Opa-Projekt" nicht als Verlängerung des Schulunterrichts: „Wir agieren weder im Auftrag der Schule noch der Eltern. Die Lerngruppe ist eine eigene Form der Bildungsarbeit.“ Dies komme bei den Kindern gut an, erzählt sie. Die Lehrstunden richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Kinder. Es gibt keinen starren Plan – dafür reichlich Material zu lernen, Spiele und eine umfangreiche Bibliothek in den Räumlichkeiten des Vereins.
Von der gemeinsamen Zeit profitieren nicht nur die Schüler: „Ich bin einfach gern mit Kindern zusammen. Die Nachmittage geben mir selbst auch viel Freude zurück“, betont sie. Viele Freiwillige bleiben „ihren“ Kindern über Jahre treu: Manche von ihnen sogar bis zum Schulabschluss. Allen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbst einzusetzen, empfiehlt Fischl "einfach vorbeischauen und sich selbst ein Bild von der Lerngruppe" zu machen – es würden laufend neue Omas und Opas gesucht.
Mehr Informationen findest du unter nl40.at.
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