Bergsteiggasse 14–16
Als es in Hernals noch eine Freiluftbühne gab
- Im Westen von Wien sollte die Arena Hernals auch für die Vorstädte ein Ort der Kultur werden.
- Foto: Matthäus Trentsensky/Wien Museum
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Heute erinnert in der Bergsteiggasse kaum noch etwas an ihre ungewöhnliche Vergangenheit. Vor fast 180 Jahren befand sich dort eine Freiluftbühne, auf der Schauspiel unter freiem Himmel aufgeführt wurde.
WIEN/HERNALS. Wenn man heute in der Bergsteiggasse 14–16 noch Schauspiel hört, dann höchstens, weil aus einem offenen Fenster ein Spielfilm aus dem Abendprogramm ertönt. Doch für einen kurzen Zeitraum vor 178 Jahren war das noch gänzlich anders. Denn wo heute nur noch mehrstöckige Gebäude stehen, huschten einst Schauspieler über die erste Sommerbühne des 17. Bezirks.
Das „Erste Wiener National-Arena in Hernals“ – auch schlicht „Arena Hernals“ genannt – sollte Kunst und Natur verbinden. Die Arena Hernals war als Freiluftbühne des Theaters in der Josefstadt konzipiert und wurde in den Sommermonaten von Schauspielerinnen und Schauspielern des renommierten Ensembles bespielt.
Natur und Kunst trafen sich in Hernals
Für das Theater wurde ein Garten zur Bühne umgestaltet, wobei der Zuschauerraum aus zehn Bögen, einem großen Parterre und zwei Galerien bestand. Die Wände waren aus Holz, der Hintergrund bestand aus einer bemalten Wachsleinwand, und ein Leinwanddach sollte das Publikum vor der Sonne schützen. Am 23. Juli 1848 feierte die Arena Hernals ihre Eröffnung mit dem Stück „Das Fest der Arbeiter“. „Es waren fast alle Plätze besetzt“, fasste die „Wiener Theater-Zeitung“ zusammen. Besonders für die Vorstädte sollte die Bühne ein besonderes Erlebnis sein.
- Die Arena Hernals bei ihrer Eröffnung im Jahr 1848.
- Foto: Wien Museum
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Denn diese würden wegen der Entfernung zur Stadt sonst in der Regel auf theatralische Genüsse verzichten müssen. Andere Kritiker fanden hingegen deutlich negativere Worte: „Die Arena war voll, aber nicht sehr voll, der Beifall groß, aber nicht sehr groß, und ich bin froh, dass ich kein Aktionär bei dieser Unternehmung bin“, hieß es im „Der Wanderer“.
Schlussendlich sollten die Kritiker Recht behalten, denn die Bühne musste bereits 1854 wegen schlechter Einnahmen wieder schließen. Einige der Stücke, die im 17. Bezirk uraufgeführt wurden, überlebten die Spielstätte jedoch. Denn nach dem Ende der Arena Hernals wurden sie im Theater in der Josefstadt weitergespielt, wo sie weiterhin aufgeführt wurden.
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