Nach 30 Jahren
Aus von Studio WorkOut Hernals "zerreißt Fitness-Community"
- Martin Becker ist Geschäftsführer und Gründer des WorkOut in Hernals. Seit Juli 1996 dient der Ort als sozialer Treffpunkt für viele Generationen an Sportlerinnen und Sportlern.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Mit Ende Jänner muss Betreiber Martin Becker nach 30 Jahren das "WorkOut Hernals" in der Rötzergasse 41 schließen. Trotz Bemühungen konnte keine Einigung mit dem Eigentümer zur Nachfolge gefunden werden. Für die rund 500 Mitglieder gibt es kaum eine Alternative, die Fitness-Community wird laut Becker "hier wirklich zerrissen".
WIEN/HERNALS. Noch bevor es überhaupt auf die Trainingsfläche in der Rötzergasse 41 geht, kann man im WorkOut Hernals bereits Kalorien verbrennen. Denn so zeigen Markierungen auf den Stiegen im Aufgang zur Rezeption, mit welcher Stufe man wie viele Kalorien schon verbrannt hat. Bereits mit Ende Jänner wird damit jedoch Schluss sein.
Denn kurz vor Jahresende gab Betreiber Martin Becker bekannt, dass das Hernalser Studio nach 30 Jahren voller Schweiß und Arbeit schließen werde. Letzten Endes konnte trotz mehrfacher Versuche keine Einigung mit dem Hauseigentümer gefunden werden. Für die 500 treuen Stammgäste heißt es also schon bald Trainingsschluss.
Auf Nachfolge konnte man sich nicht einigen
Becker, der 2026 in Pension gehen wird, argumentiert, dass nach zwei Jahren der Suche mit dem Eigentümer keine Nachfolge geklärt werden konnte. "Insgesamt gab es vier Kandidaten für eine Übernahme", erklärt der Betreiber. Mit jenen hätte Becker auch schon ein positives Übereinkommen gehabt, mit dem Eigentümer konnte man sich letztlich jedoch nicht einigen. Becker müsse jetzt das mehrstöckige Gebäude mit dem 31. Jänner verlassen und "besenrein" übergeben. Trainieren können Sportlerinnen und Sportler noch bis Sonntag, 25. Jänner.
- Das Stiegenhaus zeugt von der bewegten Vergangenheit des Studios. Bilder zeigen Erinnerungen aus der langen Gechichte von "WorkOut Hernals". Markierungen an den Stiegen zeigen, wie viele Kalorien schon verbrannt wurden.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
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Dann muss der Betreiber "irgendjemandem den Schlüssel geben, über ein Gebäude, wo ich 30 Jahre drinnen war." Das gesamte Inventar werde dafür versteigert, denn nichts darf am Stichtag mehr bleiben. Doch mit der Sportstätte geht für viele der größtenteils älteren Stammkundschaft mehr als nur ein Fitnesscenter verloren.
Alternativen fehlen im Bezirk
Das WorkOut Hernals verfügte nämlich neben Trainingsgeräten auch über Kurse, einen Wellnessbereich und ein Schwimmbad. Dieses Angebot wäre für viele Pensionistinnen und Pensionisten in anderen Sportstudios in der Nähe nicht mehr gegeben. Ausweichmöglichkeiten mit ähnlichen Vorteilen ließen sich demnach nur weit über die Bezirksgrenze finden. Eine Reise, die für die betagten Sportlerinnen und Sportler oft nicht machbar ist.
Das weiß auch Martin Becker. Einige werden ausweichen, und doch: "Die Fitness-Community wird hier wirklich zerrissen." Denn so betont der Betreiber, dass es hier nicht nur um das Thema Gesundheit und Fitness ginge. Das Studio wäre ein sozialer Treffpunkt – die Leute kennen sich untereinander. "Das sind die Dramen, dass viele Leute nicht wissen, was sie jetzt tun sollen", erklärt Becker.
Und das zeigen auch die Stufen im Treppenhaus. Hat man es bis hinauf in den letzten Stock zu Fuß geschafft, hätte man bereits über elf Kalorien verbrannt. Für viele Seniorinnen und Senioren und Sportbegeisterte in Hernals bleibt hingegen ab Ende Jänner nur noch mehr das eigene Stiegenhaus.
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