Friedrich Enne
Ein Leben für das Handwerk (mit Video)

Ein Mann und seine Werkzeuge: Friedrich Enne.
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Enne Werkzeuge setzt auf Qualität und Handarbeit. Die bz auf Zeitreise mit einem echten Handwerksmeister.

WIEN/HERNALS/OTTAKRING. Friedrich Enne gehörte in der Lehrwerkstätte für Metallbearbeitung immer zu den Besten. Das war Voraussetzung, um es später zum Meister als Werkzeugmacher zu bringen. "Die Metallbearbeitung hat mich immer interessiert", sagt der Währinger nach aktuell 53-jähriger Selbstständigkeit.

Sie haben richtig gelesen: Friedrich Enne wird bald 80 Jahre alt und steht immer noch täglich von 8 bis 18 Uhr in seiner Hernalser Werkstatt in der Hormayrgasse 37.

Mit 65 Jahren trat Enne seine Pension an. Ans Aufhören dachte er keine Sekunde: "Meine Kunden hätten nicht gewusst, wo sie hingehen sollen. Da kann ich mich doch nicht vor den Fernseher setzen." Diese Einstellung zur Arbeit wirkt wie aus der Zeit gefallen. Die Enne-Werkstatt im Innenhof eines ehemaligen Fuhrwerkerhauses präsentiert sich als Zeitkapsel. Seit 45 Jahren hat sich in Hernals nicht viel geändert. Davor lagen noch neun Jahre am ersten Standort in der Ottakringer Straße 9. "Natürlich sind meine Maschinen alt, aber sie funktionieren", sagt Chef Friedrich Enne, der manchmal von seinen ehemaligen Mitarbeitern Unterstützung bei der Hartmetallbearbeitung bekommt — wohlgemerkt 75 und 83 Jahre alt.

Spezialisiert auf Qualität

Enne hat früh auf das richtige Pferd gesetzt und sich auf Holzbearbeitungswerkzeuge spezialisiert. Aufkommende asiatische Konkurrenz wurde mit Sonderanfertigungen und Schärfarbeiten abgefedert. "Es ist kein Vergleich zu unseren Produkten", weiß Enne um die Qualität von Made in Austria.

"Ob ich einen Nachfolger suche?", wiederholt der Werkzeugmacher die Frage: "Sicher, aber es ist schwer, jemanden zu finden. Oft sind es 70 Stunden Arbeit pro Woche. Das tut sich heute keiner mehr an."

Das Internet, welches der bald 80-Jährige selbst benutzt, habe dem Betrieb geschadet: "Die Konkurrenz ist international geworden. Und die Leute kaufen billig ein und schmeißen das Werkzeug dann weg. Dafür habe ich kein Verständnis." Beschweren will sich der Meister aber dennoch nicht: "Ich bin in eine gute Zeit hingewachsen und kann mich nicht beklagen. Und es heißt ja nicht, dass meine Philosophie die richtige ist."

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