Eine Schatztruhe für Handarbeits-Fans

Bei Eveline Kaiser gibt´s auch die schönsten Socken von Wien - natürlich selbst gestrickt und in den buntesten Farben
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  • Bei Eveline Kaiser gibt´s auch die schönsten Socken von Wien - natürlich selbst gestrickt und in den buntesten Farben
  • hochgeladen von Ulrike Kozeschnik-Schlick

HERNALS. Ein Geschäft wie aus dem Bilderbuch: In unzähligen kleinen Laden und Schachteln findet sich bei Eveline Kaiser alles, was Selbermacher brauchen: Zippverschlüsse, Nähseiden, Wolle und vieles mehr. Seit 92 Jahren ist ihr Geschäft in der Hernalser Hauptstraße 193a eine richtige Institution im Bezirk.

So führt sie auch eine kleine Auswahl an Wäsche und Handschuhen, vor allem für die Damen des benachbarten Pensionistenheimes. Und weil es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist: "Das ist die Lage hier draußen. Es gibt wenig Laufkundschaft, anders als früher, als hier noch eine lebendige Einkaufsstraße war und ich sogar gemeinsam mit den Nachbarn zweimal im Jahr Flohmärkte veranstaltet habe", sagt Kaiser.

Als begeisterte Handarbeiterin nutzt sie die Zeit zwischen zwei Kunden, um hübsche, farbenfrohe Socken zu stricken, die sie auch verkauft. Dabei sitzt sie auf einer Stufe im Geschäft und zaubert aus bunter Wolle, die es hier ebenfalls gibt, ein Paar Socken nach dem anderen. Immer mit dabei: ihr Hund Lucky, der aufmerksam über das Geschäft und sein Frauerl wacht, dahinter Bilder aus vergangenen Zeiten. Ob sie ans Aufhören denkt? "Solange das Geschäft sich selbst trägt und ich gesund bin, ist das kein Thema für mich", sagt sie und greift nach einem neuen Wollknäuel.

In dritter Generation

"Meine Urgroßtante hat 1926 hier ein Wäsche- und Wirkwarengeschäft eröffnet. Hier hat meine Mutter die Weißnäherei gelernt und sollte 1970 das Geschäft übernehmen", erzählt Eveline Kaiser. Damals war gerade das kleine Delikatessengeschäft nebenan frei geworden, was eine Erweiterung des florierenden Ladens möglich machte. "Für einen alleine wäre das aber zu viel gewesen. Also fragte mich meine Mutter, ob ich einsteigen wollte." Für Kaiser bedeutete das, ihren Bürojob aufzugeben und sich ganz dem Familienunternehmen zu verschreiben. "Klar sagte ich Ja", lacht Kaiser, die bis heute mit Herz und Seele dabei geblieben ist. "Ich bin hier ja aufgewachsen, habe schon mit vier, fünf Jahren an der Nähmaschine endeln dürfen, diese Zickzacknähte machen. Das hat so schön gescheppert und richtig Spaß gemacht", erinnert sie sich. Ihrer Mutter hat sie auch beim Monogramm-Sticken zugesehen und viel von ihr gelernt.

Seit 1981 führt Kaiser das Geschäft alleine. Sie ist heute mit ihren 69 Jahren selbst schon in Pension, aber alleine zu Hause bleiben anstatt in ihr geliebtes Geschäft zu gehen? "Das geht gar nicht. Es ist ja mehr als ein Geschäft, ein richtiger Treffpunkt im Grätzel. Manche meiner Stammkunden kommen auch nur zum Plaudern herein und sind natürlich immer willkommen."

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