Doch kein Happy End für Mini-Schweine?
Lilifee und Charles vor Delogierung

Lilifee (l) und Charles - hat die Mini-Schweine jetzt doch das Glück verlassen?
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  • hochgeladen von Ernst Georg Berger

Wie bereits berichtet leben in der Gartensiedlung Lockerwiese die zwei Mini-Schweine Lilifee und Charles. Doch wie es aussieht müssen sie ihre Familie jetzt doch verlassen.

HIETZING. Es ist eine Geschichte eines jungen Mädchens und ihrer Liebe zu Tieren. Von klein auf schlug das Herz der heute 15-jährigen Joy Hiehsberger für Tiere. "Sie hat schon als Kind Füchse gefüttert und Igel nach Hause gebracht", erinnert sich ihre Mutter Barbara.

Da verwundert es kaum, dass Joy Hiehsberger sofort handelte, als sie im Internet ein Mini-Schwein sah, das in einem Meerschweinchenkäfig gehalten wurde. "Es hat mir irrsinnig leid getan. Ich habe die Besitzerin kontaktiert und sie hat mir das Tier überlassen", berichtet das Mädchen.

"Lillifee war noch ganz jung und schwach. Auf der Veterinärmedizinischen Universität haben sie nicht geglaubt, dass sie es schaffen würde", erinnert sich Joy. Die Tierärzte haben sich geirrt. Joy hat Lillifee mit dem Fläschchen aufgezogen und ihr das Leben gerettet. Sogar ein Partner für sie, das Mini-Schwein Charles, wurde gesucht, da man diese Tiere nicht allein halten sollte. Beide sind gechipt, geimpft und die Lieblinge der ganzen Nachbarschaft. Nun ja, fast der ganzen Nachbarschaft.

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Lillifee hat ein Problem: Ihr Äußeres erinnert an einen Frischling. Deshalb hat ein Anrainer anonym bei Wiener Wohnen die Haltung eines Wildschweins gemeldet. Regelkonform, wenn auch ohne Überprüfung des Staus quo, erhielt die Familie einen Brief, der sie aufforderte, die Ferkel bis 1. August wegzuschaffen. Für Joy eine Katastrophe: "Mir hat es das Herz zerrissen."
Aber sie hat nicht aufgegeben. Und alles schien ein gutes Ende zu nehmen.

Wiener Wohnen hat eingelenkt. Unter einer Bedingung: Wenn alle Auflagen erfüllt sind und der Amtstierarzt sein Okay gibt, dann dürfen die Schweine bleiben. Sympathisch und humorvoll ist der Schlusssatz des Briefes, mit dem Wiener Wohnen der Familie eine unglaubliche Freude bereitet hat. Er lautet: "Schwein gehabt!"

Ja, die schönsten Geschichten schreibt das Leben, aber manchmal müssen diese leider umgeschrieben werden. Wie in diesem Fall. Von Seiten der MA60 (Veterinärdienste und Tierschutz) gibt es jetzt doch Einwände gegen die Haltung der entzückenden Schweinchen. Und das ganz im Rahmen des Tierschutzgesetzes von 2004, wobei vor allem ein Punkt schwer wiegt:

"Für die Betreuung von landwirtschaftlichen Nutztieren (und als solche gelten nun einmal auch Mini-Schweine. Anmerkung der Redaktion) müssen genügend Betreuungspersonen vorhanden sein, die über die erforderliche Eignung sowie die erforderlichen Kenntnisse und beruflichen Fähigkeiten verfügen. Diese Fähigkeiten können im Rahmen der schulischen oder beruflichen Ausbildung erworben worden sein oder aus dem Werdegang ersichtlich sein. Wer diese Kenntnisse oder Ausbildung nicht nachweisen kann, ist verpflichtet, vor der Aufnahme der Nutztierhaltung eine außerschulisch-praktische Ausbildung zu absolvieren."

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Familie verzweifelt

Tochter Joy beginnt in Kürze eine Ausbildung als Tierpflegerin um auch dieser Anforderung gerecht zu werden. "Ich verstehe das einfach nicht. Wir haben doch alles gemacht. Wir haben für die Schweinchen sogar extra ein Haus und eine Suhle gebaut, damit sie sich bei uns so richtig wohlfühlen." erklärt die 15jährige verzweifelt.

"Es geht uns allen schrecklich. Die Schweinchen sind uns ans Herz gewachsen. Es ist, als ob man uns ein Familienmitglied wegnehmen will." erzählt Barbara Hiehsberger unter Tränen. "Unser Tierarzt versucht jetzt Lilifee und Charles bei einem Gnadenhof unterzubringen." setzt sie fort. Die Hoffnung will und wird Familie Hiehsberger aber auf keinen Fall aufgeben.

Im Augenblick sprechen die Buchstaben des Gesetzes leider noch gegen die kleinen Schweinchen. Aber bis der Brief eintrifft, der der Familie Hiehsberger einen offiziellen Termin für die Abgabe der Mini-Schweine setzt, klammert man sich an den Gedanken, dass "Schwein gehabt" nicht wörtlich genommen werden muss. Vielleicht findet sich ja für die Schweinchen doch noch eine menschliche Lösung.

Autor:

Ernst Georg Berger aus Hernals

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