Treffen mit dem Forstdirektor am Himmelhof: "Wald muss Wald bleiben"

Im Gespräch: Forstamtsdirektor Januskovecz (2.v.l.), Forstverwalter Lutterschmied (2.v.r.), Bezirkschefin Kobald (ÖVP) und Anrainer Urff (ganz links).
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HIETZING. "Wald muss Wald bleiben!" Diesen Satz wiederholt Forstamtsdirektor Andreas Januskovecz bei dem Zusammentreffen mit einigen besorgten Bürgern Am Himmelhof immer wieder. Der Grund für das Treffen mitten im Grünen: Die Bäume auf einer 2.000 Hektar großen Fläche direkt hinter dem Bundesinternat "Am Himmelhof" wurden zum Entsetzen der Anrainer gefällt. Der Sichtschutz auf die Schule und den Zaun ist jetzt weg.

Einer der Anwesenden beschreibt die Aktion als "rasches Gemetzel an den Bäumen ohne jede Vorwarnung". Eine weitere Befürchtung der versammelten Nachbarn wird sofort ausgeräumt: "Die Gerüchte um ein Bauvorhaben stimmen nicht", betont Januskovecz. Auf dem Waldgrundstück in unmittelbarer Nähe hätte der Besitzer nur Waldarbeiten erledigt. Aber: Die Fachleute räumen Fehler in der Kommunikation ein und geloben Besserung.

Neben Januskovecz stand auch Hannes Lutterschmied, Leiter der Forstverwaltung Lainz, den Anrainern Rede und Antwort. Er ist für den Wald im Westen Wiens zuständig. Zehn Interessierte haben für den Termin vor Ort extra Gummistiefel und Wanderschuhe ausgepackt und sind zum Ort des Geschehens hinaufgestapft. Während sich im Hintergrund ein Berg aus gefällten Bäumen auftürmt, gibt es eine kurze Einführung in die urbane Forstwirtschaft sowie in die strengen Gesetze und Pflichten. Denn: Fällt ein Ast herunter und verletzt jemanden, haftet der Forstamtsdirektor persönlich dafür.

Europaweites Problem

Der Grund für die Fällungen: Die Bäume, zu 90 Prozent Eschen, waren großteils vom Eschentriebsterben betroffen, einem Pilz, der seit rund fünf Jahren auch in Wien wütet und die Wasserversorgungskanäle in den Eschen verstopft. Gegenmittel – außer der Fällung – gibt es keines. Mittlerweile hat das zuständige Ministerium ein Erhaltungsprogramm für Eschen ins Leben gerufen. Dabei wird versucht, resistente Bäume zu kreuzen und zu züchten.

Dass alle Bäume umgeschnitten wurden, stößt einigen Anrainern sauer auf. "Der Ahornbaum ist anscheinend einfach im Weg gestanden. Die Natur muss doch etwas wert sein", so Anrainerin Erika Urff. Eine Aussage, die die zwei Herren vom Forstamt nicht auf sich sitzen lassen wollen: Die Bäume seien im Verbund gestanden. Alleine wären sie einfach zu instabil und daher unsicher gewesen. Spätestens in fünf Jahren werde der Zaun hinter den Bäumen wieder verschwunden sein, versichern die Experten. "Das wird sich von selbst entwickeln", so Lutterschmied. Von Anpflanzungen im Wald hält er wenig. Diese würden der genetischen Vielfalt schaden.

Autor:

Anja Gaugl aus Ottakring

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