15.10.2014, 16:04 Uhr

Die letzten Tage: Wer liest wann und was?

Werner Grüner (Gewerkschafter, Wiener Lesetheater) Ich lege mich in dieser Nacht gar nicht nieder, da ich um 6:10 zu lesen beginne.

Der Zuspruch ist enorm. Mehr als 71 Leserinnen und Leser werden bei der Marathonlesung in der VHS Hietzing teilnehmen. Manche lesen Karl Kraus auf größeren und kleineren Bühnen seit mehr als 30 Jahren, wie zum Beispiel der Gewerkschafter und Mitarbeiter beim Wiener Lesetheater Werner Grüner.

Den Beginn mach Stadtrat Christian Oxonitsch am 17. 10. um 9:20 wenn er als Zeitungsausrufer verkünden wird. "Extraausgabee –! Ermordung des Thronfolgers! Da Täta vahaftet!“

Nach 9:45 LAbg. Mag. Tanja Wehsely: In unsere Kompetenz gehört nur die Kapuzinergruft, punktum!

Nach 10:10. Dass die beiden Flüchtlinge aus dem Haus „Sidra“ die Szene mit dem
Chef des Sicherheitsbureaus Hofrat Stukart lesen ist ein Wink des Schicksals: „Meine Anwesenheit versteht sich von selbst. Ganz abgesehen von meinem gesellschaftlichen Prestige, musste schon das rein kriminalistische Interesse meine Aufmerksamkeit auf diesen Fall lenken“

17.Oktober,12:40-13:00 Die SchülerInnen des Goethe Realgymnasium
Nein, das vertragen sie nicht, die Herrn Machthaber in Frankreich! Krieg führen, ja das passet ihnen, Deutschland, einen friedliebenden Nachbarn, aus blauem Himmel überfallen, das passet ihnen –

Fritz Meißl vom WAFF wird am 17.Oktober, Freitag ab 14:20 auf dem Schlachtfeld stehen.
„Schämen Sie sich, Sie sind kein Mann der Tat, schaun Sie mich an, ich hab den Balkankrieg mitgemacht und mir is gar nichts geschehn!“


Dr.in Angelika Rosenberger-Spitzy (Seniorenbeauftrage der Stadt Wien) 17.Oktober 11:50-12:10. Sehn Sie, das imponiert mir, jetzt feiert er schon seit vierzehn Tagen das fufzigjährige Jubiläum, immer an erster Stelle, dann kommt die Schlacht bei Lemberg mit den Eindrücken. Da sieht man doch wenigstens, es gibt auch noch freudige Ereignisse in Österreich!

BM Rudolf Hundstorfer 17.Oktober, 13:55-14:15 schlüpft in die Rolle des Fallota. „Weißt also, gestern hab ich mir eine fesche Polin aufzwickt – also tulli! Schad, dass man sie nicht in das Gruppenbild hereinnehmen kann, was wir der Muskete schicken.“

Bezirksvorsteherin von Hietzing Silke Kobald wird am 17.Oktober,Freitag ab 15:10-15:30 den Ganghofer geben:
Hollodriohdrioh,
Jetzt bin ich an der Front,
Hollodriohdrioh,
Dös bin i schon gewohnt.

Prof. Gerhard Schmid (Bezirksrat) 17.Oktober, 14:45-15:05
träumt als Conrad v. Hötzendorf vom Fotografen Skolik.
Na der Hofphotograph Skolik aus Wien, der was seinerzeit, während des Balkankrieges, die schöne Aufnahme gemacht hat, wie Exzellenz in das Studium der Balkankarte vertieft sind.


Labg. Ernst Woller 17.Oktober, 16:25-16:45 wird den Optimisten und den Nörgler geben.
Der Optimist: Also mit einem Wort, die Idee ist der Kampf gegen den Materialismus.
Der Nörgler: Also mit einem Wort: die Idee.

Dr. Eva Nowotny (österreichische Diplomatin) 17.Oktober, 17:40-18:00
Ein polnischer Jude: Extrosgabee – kofen Sie mir ab, meine Damen und Herrn –
Ein sesshafter Wucherer: Das hat uns noch gefehlt, daß wir den Pofel herbekommen – wo man hinschaut, nix wie Juden! Was wern sie anfangen? Bleiben und unsere Geschäfte machen!

Mag.a Barbara Guwak (Organisationsberaterin) 17.Oktober, 18:55-19:15
Der Nörgler: Ich meine doch den Papst. Was vermag eine Predigt für den Frieden gegen einen Leitartikel für den Krieg. Und da es nur Predigten für den Krieg gibt –

Dr. Gerhard Bisovsky (Verband Österr. Volkshochschulen) 17.Oktober, 19:45-20.05
wird im Restaurant des Anton Grüßer die Speisekarte studieren. „Auf der Karte steht »Gott strafe England«. Das esse ich nicht.“

Dr. Wolfgang Knopf (Supervisor, Organisationsberater) 18.Oktober, 03:40-04:00
Liest den Dialog zweier Modedamen: „Nicht doch, 4389, Kostüm »Mörsergeschütz« aus glattem Satin, mit Mörserapplikationen; ein großes Mörsermotiv als Kopfputz – das ist mein Fall. Und wir sind doch mitten im Karneval!

Werner Grüner (Gewerkschafter) 18. Oktober 6:10-6:30
Hiller: Wir müssen die Sache so deichseln, daß uns keiner an den Wagen fahren kann.
Müller: Kein Zweifel, das Menschenmaterial ist erschöpft und krank.

Beppo Beyerl (Schriftsteller) 18.Oktober, 13:15-13:35 wird singen:
Jessas na –
Uns gehts guat –
Ja, das liegt schon
So im Bluat!


Regine Jankowitsch (Coaching & Moderation) 18.Oktober 12:25-12:45 wird als preußischer Oberst reimen:
Wer sorgt für solche Gäste
So, wie 's bei uns geschieht!
Gesprengt, versenkt wird feste –
Doch immer mit Jemüt!
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