19.03.2017, 10:29 Uhr

Happy Birthday, Wolfgang Ambros!

Austropop-Legende: Wolfgang Ambros feiert am 19. März seinen 65. Geburtstag. (Foto: Christian Koller)

Der Begründer des Austropops feiert am Sonntag, den 19. März, seinen 65. Geburtstag. Ein guter Grund, einen Blick auf die Karriere von Wolfgang Ambros zu werfen.

WIEN. Als Wolfgang Ambros am 19. März 1952 in der Währinger Semmelweisklinik geboren wurde, konnte niemand ahnen, dass er zwanzig Jahre später das Land komplett verändern würde - und zwar musikalisch. Nach einer Kindheit im niederösterreichischen Wolfsgraben - der Vater war Direktor der örtlichen Volksschule, seine Mutter Lehrerin - im niederösterreichischen Wolfsgraben besuchte der jugendliche Wolfgang das Gymnasium Astgasse im 14. Wiener Gemeindebezirk und danach die ebenfalls in Penzing gelegene Graphische Lehr- und Versuchsanstalt. Die Schule musste er aus disziplinären Gründen verlassen, doch die Freundschaft zu einem Klassenkameraden namens Joesi Prokopetz blieb.

Statt der vorgesehenen Karriere als Siebdrucker machte Ambros sein Hobby zum Beruf und widmete sich der Musik - allerdings vorerst als Plattenverkäufer. Der Schritt zur ersten eigenen Platte ließ nicht lange auf sich warten: 1971 nimmt der 17-jährige Wolfgang ein vertontes Gedicht seines Freundes Joesi Prokopetz im Studio des Produzenten Peter Müller auf. Der Name des verstörenden Lieds: "Da Hofa". Nach einem Auftritt in Peter Rapps TV-Sendung "Spotlight" schnellte die Single auf Platz eins der österreichischen Hitparade. Ein neuer Star wurde geboren und mit ihm auch gleich eine neue Musikrichtung.


Es lebe der Zentralfriedhof

Die nächsten Jahre lässt der Sänger konstant von sich hören: 1972 wird das Debütalbum "Alles andere zählt net mehr" veröffentlicht, 1973 die LP "Eigenheiten" und 1974 wird das Konzeptalbum "Der Watzmann ruft" gemeinsam mit Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz als Hörspiel aufgenommen. 1975 gelingt dem Austropopper mit seinem dritten Album "Es lebe der Zentralfriedhof" der ganz große Durchbruch. Die Platte, auf der Klassiker wie der titelgebende Zentralfriedhof, "Espresso", "Zwickt's mi" und "Heite drah i mi ham" zu finden sind, schoß auf Platz eins der Charts und ist bis heute aus den österreichischen Plattenregalen nicht mehr wegzudenken.




Auch das darauffolgende Jahr hat es in sich: Das Doppelalbum "19 Class A Numbers" erscheint, die Band "Die No.1 vom Wienerwald" wird gegründet und an der Seite von Paola Kinski gibt Ambros sein Debüt als Schauspieler in dem TV-Film "Fehlschuß". 1989 wird der Austropopper übrigens weltweit über die Bildschirme flimmern. Als Barkeeper bedient er Bobby und J.R. Ewing in der Kultserie "Dallas" in der ehemaligen Wiener Diskothek P1.

Von der Interviewerin zur Ehefrau

1979 wurde Ambros mit "Schifoan" endgültig unsterblich - ein Jahr später legte der Sänger erfolgreich die Hilfsschilehrerprüfung ab - alle folgenden Alben erhielten Topplatzierungen in den Hitparaden und ein legendäres Konzert folgte dem nächsten. Auch privat schien für Ambros die Sonne: Am 19. März 1982 heiratete er die Rennbahn-Express-Redakteurin Margit Cermak“, die ihr Idol Wolfgang Ambros ursprünglich nur interviewen wollte.



Ausverkaufte Tourneen in Österreich und Deutschland, die Hauptrolle im Theaterstück "Das Spiel vom lieben Augustin" im Ronacher bis hin zur Gründung von "Austria 3" mit Rainhard Fendrich und Georg Danzer - die gesamten 80er und 90er Jahre hindurch war Ambros ein Hitgarant der Extraklasse.

Stichflamme, Krebs und Scheidung

Weniger rosig verliefen die 2000er Jahre. Zwar erhielt der Musiker 2002 das goldene Ehrenzeichen des Landes Wien - dem 2015 das große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österrech folgte - doch sowohl privat wie gesundheitlich stand es nicht zum Besten. Die Ehe mit Margit ging durch mehr Tiefen als Höhen und im Mai 2004 erlitt Ambros schwere Verbrennungen durch eine Stichflamme, als er mit Benzin Äste in seinem Garten verbrennen wollte.

Zwar feiert der Sänger mit seiner Interpretation der Hans Moser-Lieder "Der alte Sünder" Riesenerfolge, doch zieht sich der Künstler immer mehr in sein Haus in Kenia zurück. 2007 dann die Schocknachricht, über ein Prostata-Karzinom, das der Sänger jedoch überwand. 2012 wurde die Ehe von Margit und Wolfgang endgültig geschieden - zwei Jahre nachdem er durch die Deutsche Anne Reger Vater von Zwillingen wurde.

2012 erschien mit "190352" (das Geburtsdatum des Künstlers) das 27. und vorerst letzte Studioalbum von Wolfgang Ambros. Ein Jahr nach der Veröffentlichung zog sich der Vater des Astropops bei einem Sturz so schwere Rücken- und Wirbelsäulenprobleme zu, dass er bis heute am Stock geht. So erschien er auch zu seiner Hochzeit am 17. Februar 2017 mit Uta Schäfauer, mit der er in Waldring in Tirol lebt. Auch wenn Wolfgang Ambros Wien den Rücken gekehrt hat, bleibt er doch der Ur-Wiener schlechthin. In diesem Sinne: Alles Gute, Wolferl!
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Gerhard Singer aus Ottakring | 19.03.2017 | 10:49   Melden
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renate krska aus Neubau | 19.03.2017 | 11:35   Melden
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