Coronavirus
37 Prozent aller Todesopfer in Pflegeheimen

Gesundheitsminister Anschober präsentiert die Ergebnisse einer Analyse über Covid-19 für Alten- und Pflegeheime sowie Handlungsempfehlungen.
  • Gesundheitsminister Anschober präsentiert die Ergebnisse einer Analyse über Covid-19 für Alten- und Pflegeheime sowie Handlungsempfehlungen.
  • Foto: Andy Wenzel/BKA
  • hochgeladen von Ted Knops

Das Gesundheitsministeriums hat eine umfassende Analyse der Covid-19-Situation in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt. 923 Sars-CoV-2-Infektionsfälle wurden bisher in heimischen Alten- und Pflegeheimen dokumentiert, 260 Bewohner starben. Laut der Studie hätte es bei der Kommunikation mit den Heimen und den Bewohnern Defizite gegeben – besonders schwierig sei es gewesen Menschen mit Demenz über die Gefahren aufzuklären.

ÖSTERREICH. Während des Lockdown habe sich vermehrt die Altersgruppe 85 plus mit dem Virus infiziert. "Da ist das Virus bei den Älteren angekommen", erklärte der Minister. In der dritten Phase habe sich das kaum geändert. Die Situation ist in Österreich stabil mit leichtem Trend zur Verbesserung. Erneut sei die Zahl der aktiven Erkrankten in den vergangenen 24 Stunden wieder gesunken. "Die Richtung stimmt", sagt Gesundheitsminister Rudi Anschober in Hinblick auf die Reproduktionszahl, die aktuell bei 1,01 liegt. Der Reproduktionsfaktor gibt Aufschluss darüber wie viele Personen eine einzelne Person mit Covid infiziert. Ziel sei es den Reproduktionsfaktor auf unter 1 zu bringen, denn "da gehören wir hin".

Aktuell kämpfe man mit dem geringen Sicherheitsbewusstsein unter der jüngeren Bevölkerung. Das erkläre den Anstieg der Infektionen unter Jüngeren, so der Minister. Dafür würden die Schutzmaßnahmen für die älteren Generationen nun greifen, da hier die Zahlen rückläufig seien. Es sei jetzt wichtig, Vorkehrungen in den Krankenhäusern für den Herbst und die erwarteten steigenden Fallzahlen zu treffen.

In Österreich niedrige Mortalität

Laut Studienautorin Elisabeth Rappold wurden bis 22. Juli 2020 923 Sars-Cov-2-Fälle in Alten- und Pflegeheimen registriert. Das entspricht 1,3 Prozent aller Bewohner der 930 Einrichtungen in Österreich. Von den mehr als 600 Todesfällen in Österreich sei mehr als die Hälfte aller Frauen und ein Viertel der Männer in einem Alten- und Pflegeheim in Betreuung gewesen. Insgesamt waren 37 Prozent der Todesopfer Bewohner von Betreuungseinrichtungen. Im EU-Vergleich sei Österreich mit 7,8 Todesopfer unter 100.000 Bewohnern gewesen. In Belgien gab es im gleichen Vergleichszeitraum 84 Fälle je 100.000 Einwohner. Der Europa-Schnitt liegt laut Rappold bei 21,3 Personen. Anschober lobte dahingegen das starke Gesundheitssystem und das Engagement der Ärzte und des Pflegepersonals. Nur so konnte man die Mortalität des Coronavirus in Österreich gering halten. 

Mangel an Ausrüstung

Als besonders schwierig gestaltete sich Aufklärungsarbeit in den Alten- und Pflegeheimen, so Studienautorin Elisabeth Rappold. Da die Kommunikation in Heimen auch öfters aufgrund Vorerkrankungen nonverbal stattfindet, sorgte das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes für Probleme. Bei einem Infektionsfall mussten die Pflegerinnen und Pfleger nicht nur einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sondern auch Schürzen, Haube und Handschuhe, um das Risiko bestmöglich zu minimieren. In nichtklimatisierten Räumen sei das Tragen von Schutzausrüstung deshalb nicht zu unterschätzen, so Rappold. Die Mehrheit aller Einrichtungen klagte wiederum auch über Engpässe bei Einweghandschuhen, Desinfektionsmitteln und Schutzmasken. "Je komplizierter die Ausrüstung technisch war, desto schwieriger war es, diese zu bekommen", sagte die Studienautorin. Laut der Studie habe sich das Personal von anderen Einrichtungen durch die vielen neuen Pflichten und Empfehlungen zudem überfordert gefühlt. Es habe auch ganz viele Fälle von Freiheitsbeschränkungen gegeben, die über das Maß hinausgegangen seien, berichtete Rappold.

Schutz vor Vereinsamung 

Mit den Ergebnissen der Studie müsse geklärt werden wie Pflege in Krisenzeiten funktionieren kann, sagte Anschober. Die Studienautorin empfiehlt die Kooperation zwischen Dienstleistern und Einrichtungen zu verbessern, die Selbstbestimmung von Bewohnern zu stärken und Forschungen zu  Covid-19 mit dem Aspekt auf psychosoziale Folgen zu fördern."Das soziale Empfinden, nicht Vereinsamen ist genau so wichtig wie der Pandemieschutz", erläutert Anschober und kündigte dafür ein Regelwerk an.

So soll die Verbreitung von Covid-19 in burgenländischen Sozialeinrichtungen verhindert werden

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