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Schon seit Jahren kämpfen die Anrainer gegen das vermeintliche Doppelhaus in der Tuttenhofstraße in Langenzersdorf. Sie sind überzeugt: das stehen zwei Doppelhäuser, die zudem noch miteinander verbunden sind.
Ein Doppelhaus mit zwei Wohneinheiten – das sollte eigentlich gebaut werden, als in der Langenzersdorfer Tuttenhofstraße die Laster anrückten. Heute, fast acht Jahre später, ist das vermeintliche Doppelhaus mit zwei Wohneinheiten noch immer nicht fertig, die Anrainer aber um 40.000 Euro ärmer, versuchten sie doch mit Hilfe eines Anwaltes gegen den "Monsterbau" vorzugehen. Bisher vergeblich – und: jetzt wird weitergebaut.
BEZIRK KORNEUBURG | LANGENZERSDORF. Jahrelang lebten die Anrainer mit einem Rohbau vor der Nase. Als dann auf einmal gleich vier Sattelschlepper voll beladen mit Ziegeln anrückten, klingelten die Alarmglocken. "Der Lärm ist unglaublich, die ganze Nacht über wurden die Anlieferungen durchgeführt. Und egal ob Weihnachten oder Feiertag, es wird gearbeitet", erzählen die Anrainer, die sich mittlerweile zu einer Initiative zusammengeschlossen haben.
"Als dann auf einmal Holzlatten und Ziegelsteine aus den Fenstern geflogen sind, haben wir den Bauinspektor kontaktiert. Der war dann auch da und auf einmal waren nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Bautafel weg.
2015 wurde mit dem Ausmessen des Grundstückes begonnen. Die Anrainer wurden aufmerksam, informierten sich. "Dann begann es mit einem konsenslos errichteten Rohbau, der seit damals immer weiter wuchtert", erzählt GRÜNE-Gemeinderätin Renate Kolfelner bereits 2018. Die Anrainer wurden aktiv, besorgten sich einen Sachverständigen, ließen Plan und bereits errichteten Rohbau überprüfen. Nach langem Hin und Her wurde im Oktober 2016 ein Baustopp samt Abbruchbescheid erlassen. Trotzdem wuchs das Zweifamilienhaus weiter – "höher und massiver, als wir es uns in unseren schlimmsten Träumen hätten ausmalen können".
Im Mai 2017 wurde bei der Gemeinde ein neuer Plan eingereicht, der im November 2017 zu einer erneuten Baubewilligung führte. Seitdem prangern die Anrainer an: "Von der Gemeinde hat niemand überprüft, ob das tatsächlich Gebaute mit dem Plan übereinstimmt." Im Dezember 2017 wurde ein erneuter Baustopp erlassen, der Grund: fehlende Bauführung. Schon im Jänner 2018 wurde dieser wieder aufgehoben.
Lange stand er still, der Doppelhaus-Rohbau mit fast 100 Fenstern. Einsprüche und Beschwerden der Anrainer, man ging sogar bis zum obersten Gerichtshof, liefen ins Leere. "Jetzt haben wir alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft." Zudem vermute man massive Baumängel, fürchte das Herabstürzen von Bauteilen auf die Nachbargrundstücke und -häuser. "Und wir machen uns auch Sorgen um die Arbeiter und künftigen Bewohner", räumen die Anrainer ein.
Die Hauptkritikpunkte: das Haus sei nicht nur zu groß gebaut worden, auch Höhen und Baufluchtlinien seien nicht korrekt eingehalten worden.
Schon seit Jahren kämpfen die Anrainer gegen das vermeintliche Doppelhaus in der Tuttenhofstraße in Langenzersdorf. Sie sind überzeugt: das stehen zwei Doppelhäuser, die zudem noch miteinander verbunden sind.
Große Unsicherheit herrscht auch, weil Grundstück und Haus im Laufe der Jahre mehrmals Besitzer gewechselt haben dürfte. Ursprünglich von einem ehemaligen FPÖ-Gemeinderat, damals übrigens Vorsitzender des Prüfungsausschusses, gekauft, liegt es mittlerweile in den Händen der Immobilienverwertungs GmbH Rebekka613. Wurde das Grundstück ursprünglich um 180.000 Euro gekauft, schien es, samt nun darauf befindlichem Rohbau, zwischenzeitlich um 1,8 Millionen Euro im Internet zum Kauf angeboten auf.
Als es auf einmal wieder mit den Bauarbeiten losging, stellte sich sogar der neue Besitzer bei den Anrainern persönlich vor. "Auf nachfrage erzählte er uns, er plane einen Beherbergungsbetrieb, angeblich sei dieser auch schon gewerberechtlich genehmigt, mit 30 Zimmern – einerseits für Studentinnen vom Praterstern und andererseits für Bauarbeiter." Nun ist die Sorge groß, nicht nur der riesige Bau, sondern auch seine geplante Nutzung verunsichern.
Erst prüfen, wenn fertig gebaut
Der Gemeinde selbst seien die Hände gebunden, erklärt Bürgermeister Andreas Arbesser. Sämtliche Bescheide seien rechtskräftig. Und "ob ein Anrainer Parteistellung hat oder nicht, ergibt sich aus der Bauordnung im Zusammenhang mit dem geplanten Bauvorhaben in Planform", erklärt der Orts-Chef. Und hier liege, so die Anrainer, das Übel begraben: Pläne und tatsächlicher Bau seien zwei verschiedene Sachen. "Wir können erst dann überprüfen, wenn das Haus fertig ist, also die Fertigstellungsanzeige eingeht", entgegnet Arbesser. Von einer gewerberechtlichen Nutzung, etwa als Beherberungsbetrieb, wisse man derzeit nichts, eine entsprechende Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft sei nicht vorhanden.
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