Vor 100 Jahren – 11. Jänner 1918

"Hamsterei ohne Ende. Es ist noch nicht gar so lange her, daß die Kartoffelhamster aus Wien, Klosterneuburg u. a. O. im Bezirk Korneuburg ihr Unwesen trieben. Neuestens verlegen sich diese Hamster auf Ergatterung von Schmalz, Milch, Hülsenfrüchte etc. Es ist nichts ungewöhnliches, daß sie dem Bauern für 1 kg Fett sage und schreibe 40 K, für 1 l Milch 1 - 2 Kronen anbieten und auch bezahlen. Um diese Lebensmittel zu erhalten suchen sie die glücklichen Besitzer derselben durch Verabreichung von Tabak, Petroleum, Zucker etc. für sich zu gewinnen. Gut. Ein armer Teufel, der diese Sachen nur für sich und seine Familie erstrebt, er soll sie haben. Aber es gibt manche, die mit den erhamsterten Lebensmitteln einen höchst einträglichen Handel treiben – und das ist der wunde Punkt. Warum liefern die Milchkasinos nicht das vorgeschriebene Quantum nach Korneuburg? Eben weil ihnen die Wiener Hamster oft das 3 oder 4 fache des vorgeschriebenen Höchstpreises bezahlen und die Verkäufer trotz der ihnen auferlegten Geldstrafe, ein hübsches Sümmchen dabei erwerben. Das 'Auge des Gesetztes' kann ja nicht alles sehen doch wird es hoffentlich der Weisheit unserer politischen Bezirksbehörde bald möglich sein, diesem Unfuge, den besonders die Korneuburger arg empfinden, einen Riegel vorzuschieben. Wir wollen hoffen."

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