01.10.2014, 11:15 Uhr

Korneuburg: "Wir haben ihn, der Pauli ist da!"

Riesengroß ist die Freude bei den Kollegen von Paul Tamele.

Sechs Tage lang suchten Mitarbeiter der Stadtgemeinde Korneuburg ihren Kollegen Paul Tamele.

Sie gingen an die Grenzen ihrer Kräfte, die 28 Mitarbeiter der Stadtgemeinde Korneuburg, als sie fast eine Woche lang nach ihrem Kollegen suchten und leisteten dabei Großartiges. Denn ohne ihre Hartnäckigkeit hätte man wohl kaum jenes Aufsehen verursacht, auf Grund dessen "Pauli", wie er von seinen Kollegen genannt wird, wiedergefunden werden konnte.

Beim Betriebsausflug verloren

"15 Minuten vor der Heimfahrt war er auf einmal weg", erzählt Ronald Maurer, der Geschäftsführer der Korneuburger Stadtservices. Was eigentlich ein gemütlicher Betriebsausflug nach Bratislava hätte werden sollen, endete in einer riesigen Suchaktion. Prekär war die Lage, weil Paul Tamele Autist ist. "Er geht nicht einfach zu jemandem hin und fragt um Hilfe", erklärt Maurer die Situation.
Und so begann der Einsatz jener 28 Korneuburger, die sechs Tage lang in Bratislava an die 500 Flugblätter verteilten und nach "Pauli" suchten. "Wir waren schon am Ende unserer Kräfte, auch psychisch war die Situation sehr belastend. Als ich den Pauli dann im Krankenhaus gesehen hab, musste ich fast weinen", erinnert sich Verena Böck.


Im Wald übernachtet

Paul Tamele ist, wie er mittlerweile selbst erzählen konnte, in einen falschen Bus gestiegen und in einem Vorort von Bratislava gelandet. Übernachtet hat er im Wald. "Und fünf bis sechs Tage lang hat er nichts gegessen und getrunken hat er Wasser aus der Donau", erzählt Maurer. Durch den Hinweis eines Fischers, der Tamele auf Grund eines Fernsehberichtes erkannte, konnte der Vermisste gefunden werden. Er wurde sofort ins Spital gebracht. Seit Freitag ist er wieder zu Hause, muss jedoch einige Tage zur Beobachtung im Stockerauer Landesklinikum bleiben.

Sie bewiesen wahre Menschlichkeit!

Ohne wenn und aber alles stehen und liegen zu lassen und sich einzig und allein um das Wohl eines Mitmenschen zu kümmern, das hat in unserer heutigen Zeit kaum noch Platz. Doch genau das taten die Mitarbeiter der Stadtgemeinde Korneuburg. Sechs Tage lang suchten sie in Bratislava nach ihrem vermissten Kollegen, organisierten sich in Schichten und gingen bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Mit Erfolg – Paul Tamele ist wieder zu Hause. Was Ronald Maurer, Vanessa Fuchs, Stefanie Czeiska, Gerhard Seeland, Leopold Peschek, David und Ingrid Prager, Robert Neunteufel, Franz Hochstaffl, Manuel Kraus, Josef Wiedeck, Christian Vuleta, Nadja Platz, Thomas Trettenhahn, Katka und Radomir Amon, Gerlinde Kugler, Christian Elleberger, Stefan Strnad, Josef Fontner, Melanie Sulz, Verena und Doris Böck, Gabriele Gstettner, Andrea Schliefellner, Jana Glasa, Gerlinde Hochstaffl und Lucia Greger taten, war einfach großartig!

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