18.08.2016, 14:24 Uhr

Eine sechste Urlaubwoche

Präsentieren die Halbjahresbilanz für den Bezirk Korneuburg: Marion Klapps von der Bezirksstelle, Expertin Helga Schaber und Kammerrat Johannes Weidinger. (Foto: Scheichel/AK Niederösterreich)

Im ersten Halbjahr 2016 forderte die AK Korneuburg für 75 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein.

BEZIRK KORNEUBURG. Manchmal geht’s auch ohne Streiten. "In der Bezirksstelle hat sich eine Handelsangestellte erkundigt, ab wann sie Anspruch auf die sechste Urlaubswoche hat", erzählt Arbeitsrechtsberaterin Marion Klapps. "Wir haben dann festgestellt, dass sie eigentlich schon seit zwei Jahren die 25-jährige Betriebszugehörigkeit hat, weil ja auch die Karenzzeiten und zum Teil die Vordientszeiten zählen."
Die Beschäftigte informierte den Arbeitgeber über die Rechtslage. "Der hat dann bei uns rückgefragt und sicherheitshalber auch bei der Wirtschaftskammer. Er hat ohne Widerstand eingestanden, dass die Mitarbeiterin Anspruch auf die sechste Urlaubswoche hat und ihr die auch selbstverständlich zugestanden. Er wollte ihr die zusätzliche Urlaubswoche nicht verweigern, er war einfach nur mit der gesetzlichen Regelung nicht vertraut", zeigt sich Klapps erfreut. "Da mussten wir nicht einmal offiziell intervenieren. Das ist auch ein schönes Erfolgserlebnis."


Unsicherheit

Generell sieht die stellvertretende Bezirksleiterin Marion Klapps große Unsicherheit beim Thema sechste Urlaubswoche. "Wir haben immer wieder Arbeitgeber, die nicht wissen, dass für die 25 Jahre Betriebszugehörigkeit für den Anspruch auch Karenzzeiten und zum Teil die Vordienstzeiten zählen. Die meisten gewähren die auch nach einem Gespräch."
Immer wieder gebe es aber auch Fälle, in denen sich Arbeitgeber trotz gesetzlicher Verpflichtungen querlegen: "Da müssen wir zu Gunsten der Beschäftigten intervenieren und tun das auch gerne. Gerade Mitarbeiter, die schon lange gearbeitet haben, brauchen die ihnen zustehende Erholung", so Klapps.


Erfolgreiche Bilanz

Im ersten Halbjahr 2016 forderte die AK Korneuburg für 75 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein. "Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen", erklärt Klapps. Es mussten 28 Fälle dem AK-Rechtschutzbüro übertragen werden, das die Klagen beim Arbeitsgericht einbringt. Für die Arbeitnehmer des Bezirks konnten 80.484 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden. Weiters wurden 1,6 Millionen Euro für 174 Arbeitnehmer aus 17 insolventen Betrieben gesichert.
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