Ist die U-Bahn zu laut?
Die Schallmauer bei der U6

Hunderte Wohnungen werden bald in unmittelbarer Nähe zur Station Erlaaer Straße fertig. Reflektieren sie den Lärm der U-Bahn?
  • Hunderte Wohnungen werden bald in unmittelbarer Nähe zur Station Erlaaer Straße fertig. Reflektieren sie den Lärm der U-Bahn?
  • Foto: Forstner
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Reflektieren die Neubauten entlang der U6 den Lärm der Züge? Die FPÖ fordert nun Schallmessungen.

LIESING. Liesing wächst. Wohnraum ist gefragt. Und entlang der U6, also verkehrstechnisch in bester Lage, entstehen seit einiger Zeit hunderte neue Wohnungen. Die Häuser, die gebaut werden, sind groß – es soll Platz für viele Menschen geschaffen werden.

Nun hat sich die FPÖ Liesing Gedanken zu diesem Umstand gemacht und in der vergangenen Bezirksvertretungssitzung einen Antrag gestellt. Der Schallpegel entlang der U6 zwischen Alterlaa und Erlaaer Straße soll gemessen werden. Denn die Neubauten würden den Schall der U6 reflektieren und dadurch sei es in diesem Bereich sehr viel lauter als zuvor. "Seit der zunehmend dichten Verbauung entlang der U6-Trasse, wie z.B. bei der neuen Wohnanlage ,In der Wiesen Ost’ zwischen Alterlaa und Erlaaer Straße, kommt es für die dort wohnenden Anrainern zu einem massiven Anstieg des Lärmpegels", so Silvia Forstner von der FPÖ Liesing.

Schallmessungen gefordert

Anrainer hätten auch bereits den Schallpegel gemessen und dabei kam ein Wert von 94 Dezibel heraus. "Doch laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, die jährlich durchschnittliche Lärmbelastung außerhalb der eigenen vier Wände unter 40 Dezibel betragen", so Forstner weiter. Die FPÖ hat also einen Antrag auf Schallmessungen gestellt.

Aus der Bezirksvorstehung heißt es dazu, dass dieser Antrag in der vergangenen Sitzung einstimmig angenommen wurde. Man habe den Antrag auch gleich an das zuständige Magistrat und die Wiener Stadtwerke weitergeleitet. "Eine Antwort liegt bislang aber noch nicht vor. Sollte sich herausstellen, dass es durch Schallreflektionen zu unzulässigen Lärmbelastungen kommt, werden wir alles daran setzen, dass die zuständigen Stellen der Stadt und die Wiener Linien möglichst rasch Problemlösungen umsetzen", so Bezirksvorsteher Gerald Bischof. Das Thema ist allerdings nicht wirklich neu.

Antrag vor zwei Jahren

Im Dezember 2016, also vor zwei Jahren, haben die Grünen Liesing in einem Antrag einen sogenannten "Mobility Point" mit Car-Sharing und E-Tankstelle, einen barrierefreien Zugang bei der Station Alterlaa und eben eine Nachrüstung des Lärmschutzes auf dieser Strecke gefordert. Damals haben FPÖ Liesing und ÖVP Liesing gegen den Antrag gestimmt. "Auf fehlenden Lärmschutz entlang der U6 haben wir schon vor zwei Jahren hingewiesen. Es sollte genau geprüft werden, ob eine Wand, Begrünungen oder Verbesserungen bei Gleisen und Garnituren mehr bringen", so Cordula Höbart, Klubobfrau der Grünen Liesing. Beim aktuellen Antrag der Freiheitlichen haben auch die Grünen mitgestimmt.

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