In der Wiesen Süd
Droht Liesingerin Enteignung?

"Durchgang verboten" heißt es bei diesem Grundstück beim Kugelmannplatz. Noch! Vielleicht gibt es bald eine Lösung.
  • "Durchgang verboten" heißt es bei diesem Grundstück beim Kugelmannplatz. Noch! Vielleicht gibt es bald eine Lösung.
  • Foto: Berger
  • hochgeladen von Ernst Georg Berger

Ein kleines Grundstück sorgt für große Aufregung in der neuen Siedlung "In der Wiesen Süd".

LIESING. Liesing wächst. Aber das schnelle Wachstum sorgt in manchem Neubaugebiet für seltsame Auswüchse. Auf einen solchen stieß bz-Leser Fritz Novak und wandte sich sofort an die Zeitung seines Vertrauens.

"Hinter dem Schlosspark Alterlaa ist der Durchgang in der Verlängerung der Giffingergasse zum neu angelegten und bereits fertiggestellten Muliarplatz seit vielen Monaten mit einem Gitter versperrt (siehe Foto), obwohl alle anderen Wege begehbar sind. Es ist ein Poller montiert und diese Zufahrtsmöglichkeit sogar für die Feuerwehr nicht möglich. In den Neubauten "In der Wiesen Süd" wohnen hunderte Familien mit Kleinkindern! Ich rege an, dass einer Ihrer Redakteure diesen Schildbürgerstreich aufklärt." Gesagt, getan!

Situation bekannt

Zwischen dem Weg und der Kugelmanngasse befindet sich ein grob geschätzt 20 Quadrameter kleines Grundstück, das sich in Privatbesitz befindet. Jetzt wird es rechtlich aber verwirrend.

Der bestehende Durchgang in der Wohnhausanlage in der Wiesen Süd ist kein klassischer öffentlicher Weg, sondern eine sogenannte §53-Fläche. Das bedeutet, dass dieser Weg von den Bauträgern der Anlage errichtet wurde und auch erhalten wird. Damit fällt er nicht in die Verantwortung und Zuständigkeit des Bezirkes. Da eine Zufahrt für die Feuerwehr von der anderen Seite bei der Calvigasse gegeben ist, besteht kein dringender Handlungsbedarf. Trotzdem würde eine Öffnung im Bereich des derzeitigen Gitters insgesamt eine deutliche Verbesserung der Situation darstellen, weiß man im Büro der Bezirksvorstehung und hat sich dieser Problematik bereits angenommen.

„Nachdem es bisher keine Einigung mit der Grundstückseigentümerin gegeben hat, werden wir eine Enteignung des Grundstückes anstreben. Dazu ist es jedoch notwendig, die Flächenwidmung zu ändern. Die ersten Schritte dazu sind bereits eigeleitet“, so Büroleiter der BV23, Wolfgang Ermischer (SPÖ). Ist das wirklich nötig?

Besitzerin kompromissbereit

Es war nicht ganz einfach, aber schlussendlich konnte die bz die Eigentümerin besagten Grundstücks antreffen. Sie will zwar nicht, dass ihr Name (der Redaktion bekannt) genannt wird, war aber zu einem Gespräch bereit.

Die Dame ist nicht grundsätzlich gegen eine Öffnung des Durchganges. Als Inhaberin einer Kanal-Räumungsfirma ist sie jedoch darauf angewiesen, dass sie auch mit schwerem Gerät jederzeit ungehindert zufahren kann, wie sie sagt. Ihre nicht ganz unbegründete Sorge ist, dass ihre Einfahrt ohne Absicherung des Öfteren blockiert sein könnte, was für Sie existenzbedrohend wäre. Da sollte sich jedoch eine Lösung finden lassen.

Auch der Bezirk ist an einer Lösung interessiert. "Wir werden noch einmal das Gespräch mit der Dame und dem Bauträger suchen, um für das Wege-Problem einen Ausweg zu finden, mit dem alle leben können", so Ermischer. Die bz bleibt dran.

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