Verkehr
Fährt die S-Bahn zum Wildgarten?
- Mehr als 2.000 Menschen sollen bis 2020 im neuen Grätzel Wildgarten einziehen.
- Foto: Visualisierung: Wildgarten Entwicklung
- hochgeladen von Mathias Kautzky
Südwestfriedhof: Das neue Wohngrätzel an der Grenze zu Meidling soll eine bessere Öffi-Anbindung bekommen.
LIESING. Der Wiener Gemeinderat beschloss nach einem ÖVP-Antrag, Gespräche mit den ÖBB aufzunehmen. Ziel soll sein, dass der Wildgarten eine eigene Station auf Höhe Kirchfeldgasse/Wundtgasse erhält. Hier fahren die S-Bahn-Linien S1 bis S4. Am und rund um den Wildgarten, der zwischen Emil-Behring-Weg, Südbahnstrecke und Südwestfriedhof liegt, gibt es in den nächsten Jahren große Bauprojekte.
Liesings ÖVP-Obmann Thomas Mück erklärt: "Die Verbesserung des Hochleistungsnetzes ist notwendig. Wir brauchen einen leistungsfähigen Schienenverkehr. Die Infrastruktur muss mit der Bevölkerung mithalten."
Bezirk ist geschlossen dafür
Auch Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) begrüßt den Gemeinderatsbeschluss: "Wir führen auch schon eine Machbarkeitsstudie durch, die im Frühling fertig sein wird." Bischof erklärt die technischen Schwierigkeiten: "Weil die Südbahnstrecke nur zwei Gleise hat, würden die ÖBB-Züge durch die S-Bahnen, die in der neuen Station stehen, aufgehalten werden." Der Bezirkschef hat aber eine Lösungsidee: "Man könnte die Stationsgleise parallel zur Südbahnstrecke führen." Auch die bald fertiggestellte Pottendorfer Linie könnte laut Bischof als Ausweichsstrecke eine Vereinfachung bringen.
Cordula Höbart (Grüne) hat einen Antrag auf schnellstmögliche Umsetzung der S-Bahn-Station eingebracht. "Mit dem Zubau in Hetzendorf haben die ÖBB bewiesen, dass sie das können."
Auch Meidlings Bezirkschefin Gabriele Votava (SPÖ) ist für die neue Station: "Der Wunsch ist aber schon zwei Jahrzehnte alt."
Von den ÖBB heißt es derzeit noch: "Bitte warten!" Grund dafür ist, dass dieser Halt mit dem Südstreckenausbau zwischen Meidling und Mödling zusammenhängt. So muss etwa ein viergleisiger Ausbau erfolgen. Dieser sei aus Kapazitätsgründen unbedingt erforderlich, heißt es von den ÖBB auf bz-Nachfrage.
Das rund elf Hektar große Gelände des Wildgartens war ab 1939 eine Schweinemastanlage. Ab 1947 wurden die Gebäude in die "Bundesanstalt für Virusseuchenbekämpfung" umgewandelt. Inzwischen wurde der Gebäudekomplex abgerissen. Aktuell sind umfangreiche Bauarbeiten für 1.100 neue Wohnungen im Gange.
Bewohner der benachbarten Kleingartensiedlungen gründeten aus Sorge um die frühere Grün-Idylle am Fuße des Rosenhügels eine Bürgerinitiative. Sprecherin Susanne Riedl erklärte, dass "hier mit 26 Meter hohen Wohntürmen ein letztes Stück heile Natur zubetoniert wird."
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