Fairer Handel
Liesing wird ein Fairtrade-Bezirk

Für die Bananenernte müssen Arbeiter wie Neider Rivera mit einem Seil auf die hohen Bananenstauden klettern.
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  • Für die Bananenernte müssen Arbeiter wie Neider Rivera mit einem Seil auf die hohen Bananenstauden klettern.
  • Foto: Fairtrade International/Rogier Fokke
  • hochgeladen von Maria-Theresia Klenner

Liesing befindet sich auf dem Weg zum Fairtrade-Bezirk. Die Bezirksvorstehung sucht nun Betriebe, die fair gehandelte Produkte ins Sortiment aufnehmen.

LIESING. Passend zum 25-Jahr-Jubiläum von Fairtrade Österreich hat sich Liesing das Ziel gesetzt, ein Fairtrade-Bezirk zu werden, wie es bereits Neubau, Josefstadt, Wieden und der Alsergrund sind. "Natürlich ist nicht alles, was es in einem Fairtrade Bezirk zu kaufen gibt, fair gehandelt", erklärt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich. "Um ein Fairtrade-Bezirk zu werden, muss im Bezirksparlament eine Resolution verabschiedet werden. Ist dieser Wille da, wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die feststellt, wie Fairtrade-Produkte im Bezirk platziert werden können."

Diese Platzierung von Produkten mit dem runden, blau-grünem Logo reicht von Geschäften über den Wirt am Eck, der Fairtrade-Orangensaft anbietet, bis zum Ausschenken von fairem Kaffee bei  Jugend- oder Seniorenveranstaltungen. "Die Anzahl der Geschäfte und Gastronomiebetriebe in Liesing, die Fairtrade Produkte anbieten, wächst bereits", freut sich Bezirksrätin Susanne Deutsch (SPÖ), die nach der mehrstimmig beschlossenen Resolution im Bezirksparlament Ende 2016 als Fairtrade-Beauftrage tätig ist. "Wir sind im Gespräch mit Jugendtreffs und Pensionistenklubs und in der Bezirksvertretung werden bereits Kaffee und Säfte aus fairem Handel verwendet", so Deutsch, die privat schon seit Jahren zu Produkten mit dem Fairtradesiegel greift. "Auf der Liste der Betriebe, die Fairtrade-Produkte im 23. Bezirk anbieten, stehen neben den gängigen Supermarktketten auch Unternehmen wie Heindl und Alt Wien Kaffee, die in Liesing produzieren." Aber auch kleinere Unternehmen wie die Bäckerei Szihn bieten bereits fair gehandelten Kaffee an.

Gastronomiebetriebe gesucht

"Wir suchen noch weitere Gastronomiebetriebe, die ein Fairtrade-Produkt in ihr Angebot aufnehmen möchten. Ein Produkt reicht", so Deutsch und weist nachdrücklich auf die Wichtigkeit des Projekts hin: "Man muss über den Tellerrand hinaussehen. Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel sichern den Kleinbauernfamilien in den Herkunftsländern faire Preise für ihre Arbeit." Mit der offiziellen Bezeichnung Fairtrade-Bezirk rechnet Deutsch im nächsten halben Jahr. "Ich denke, dass Liesing Ende 2018, Anfang 2019 die vorgegebenen Kriterien erfüllt."

Und was bedeutet Fairtrade jetzt genau? "Fairtrade heißt nicht bio, das wird gerne verwechselt", erklärt Fairtrade-Chef Kirner. "Die Bauernfamilien im Ursprung profitieren dank Fairtrade von einem Mindestpreis für ihre Rohstoffe, der als Sicherheitsnetz gegen schwankende Marktpreise nach unten dient und erhalten zusätzlich eine Fairtrade-Prämie für wichtige Gemeinschaftsprojekte. Es werden keine Almosen verteilt, sondern die Bauern unterstützt, damit sie von ihrer harten Arbeit auch leben können."

Zur Sache

Kennen Sie Betriebe oder Gastronomiebetriebe im 23. Bezirk, die Fairtrade-Produkte anbieten? Oder führt Ihr Betrieb Fairtrade-Produkte? Informieren Sie die Bezirksvorstehung Liesing unter 01 4000/23114 oder per email: post@bv23.wien.gv.at, damit Sie in die Fairtrade-Liste aufgenommen werden können.

Weitere Infos zu Fairtrade Österreich und die angebotenen Produkte finden Sie unter www.fairtrade.at

Für die Bananenernte müssen Arbeiter wie Neider Rivera mit einem Seil auf die hohen Bananenstauden klettern.
Susanne Deutsch ist Fairtrade-Beauftragte für Liesing.

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