27.12.2017, 20:26 Uhr

Allhaming: Demo gegen Postverteilzentrum sorgte für dicke Luft

Landespolitik reagierte bereits auf die Blockade. (Foto: laumat.at/Matthias Lauber)

Am 14. Dezember sperrte die Bürgerinitiative Weißkirchen die Marchtrenker Landstraße. Der Ärger war vorprogrammiert.

ALLHAMING (red). Mit dieser Protestaktion bekräftigten die Weißkirchner – quer durch die politischen Lager – ihre Forderung nach einem Lkw-Fahrverbot auf der L 534, die ihre Gemeinde quert. Initiiert hat die Straßensperre, vom Kreisverkehr Richtung Marchtrenk/Pucking bis zur Anschlussstelle Allhaming, die Bürgerinitiative „Unerträglicher Verkehr an der L 534“.

Klare Worte aus Allhaming

Allhamings Bürgermeister Joachim Kreuzinger sieht die Situation anders: „Die Allhaminger Bevölkerung akzeptiert das in der Gemeinde befindliche Postverteilerzentrum und verbietet sich jede, noch dazu von einem anderen Bundesland aus initiierte, Einmischung. Durch die Blockade wurden viele Arbeitnehmer gehindert, zeitgerecht ihren Arbeitsplatz erreichen zu können.“

„Spiel des Weißkirchner Bürgermeisters leicht durchschaubar“

Für die ÖVP Allhaming ist klar: „Das Spiel des Weißkirchner SPÖ-Bürgermeisters, der sich als großer Unterstützer der Bürgerinitiative inszeniert, ist leicht durchschaubar. Weißkirchen hatte sich nämlich selbst um das Postverteilerzentrum, dass schlussendlich in Allhaming errichtet wurde, beworben, aber den Zuschlag aufgrund eigener Versäumnisse nicht erhalten. Nun gegen ein derartiges Unternehmen in einer Nachbargemeinde mobil zu machen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.“

„Es soll sich jeder mal um fünf Uhr Früh anschauen“

Diesen Vorwurf weißt Weißkirchens Bürgermeister Norbert Höpoltseder auf das Schärfste zurück: „Ich spiele mich nicht in den Vordergrund. Im November 2014 kam die Bürgerinitiative das erste Mal zu mir. Fazit: Ich unterstütze das, was von mir verlangt wird. Zum Vorwurf, wir wollten das Postverteilzentrum: Vertreter der Post kamen auf uns zu. Für das Projekt hätte man zehn Hektar zur Verfügung stellen müssen. Wir wussten, dass das nicht möglich war – die Sache war gegessen.“ 1.100 LKW täglich - 3.30 bis 11 Uhr am Abend: „Es soll sich jeder mal um fünf Uhr Früh anschauen, was sich her abspielt“, fordert Weißkirchens Ortschef von den Kritkern.

Landespolitik: „Lebensqualität erhöhen“

Wenige Stunden nach der Protestaktion gab das Büro des Infrastrukturlandesrats bekannt, dass die Verhängung des von den Weißkirchnern geforderten Lkw-Fahrverbotes in Vorbereitung sei. „Im Hinblick auf das Jahr 2013 ergeben die Zählungen vom Oktober 2017 eine massive Zunahme des Schwerverkehrsanteils im Ortsgebiet von Weißkirchen", unterstreicht Landesrat Günther Steinkellner. Der Schwerverkehrsanteil auf der Strecke zwischen Weißkirchen und Allhaming liege bei über 14 Prozent und habe demnach in den letzten Jahren überproportional zugenommen und sei (im Vergleich mit anderen dreistelligen Landesstraßen) mittlerweile objektiv hoch. Somit liege jener Wert über dem Grenzwert für das damalige gewerbebehördliche Bewilligungsverfahren. „Mit Einleitung des Verordnungsverfahrens für ein Nachtfahrverbot soll die Lebensqualität für die Weißkirchner Bevölkerung verbessert werden und die Verkehrssicherheit erhöht werden“, sagt Steinkellner. 

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