Predigtgedanken
Gedanken zum Palmsonntag aus der Pfarre St. Magdalena
- In der Pfarrkirche in St. Magdalena verdeckt in der Fastenzeit ein zeitgenössisches Fastentuch den Altar.
- Foto: Pfarre Linz-St. Magdalena
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Ihre Gedanken zum Palmsonntag sendet uns diese Woche Veronika Kitzmüller, Pfarrassistentin in der Pfarre Linz-St. Magdalena.
Wussten Sie, dass es für unruhige Pferde und Esel sehr beruhigend ist, wenn sie von einem unruhigen Menschen geritten werden? Beide werden dabei friedlich und von beiden ist dabei völlige Konzentration gefordert.
Einzug auf dem Esel
Jesus ist an jenem Tag seines Einzugs in Jerusalem sehr konzentriert. Er gibt ganz genaue Anweisungen, plant bis ins kleinste Detail und alle führen seine Anweisungen aus – ganz ohne Widerspruch: Die zwei Jünger gehen in das Dorf, finden den Esel und nehmen ihn mit. Sogar die Besitzer des Esels geben sich mit der Angabe zufrieden, dass der Esel gebraucht wird. Eigentlich ziemlich seltsam.
Eselsgeduld, Zuspruch, Ausdauer und Humor
Und noch seltsamer wird es bei der Auswahl des Esels. Wer reitet schon in aller Öffentlichkeit auf einem Fohlen, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat? Da muss mit Luftsprüngen, Eselsgeschrei, Bockigkeit und in der Folge mit Gelächter der Umstehenden gerechnet werden. Das „Zureiten“ eines ungestümen Tieres braucht doch Eselsgeduld, Zuspruch, Ausdauer und Humor.
Friedlicher Einzug auf dem Esel
Hat Jesus in dieser Situation Zeit dafür? Oder hilft ihm dies alles, um sich nur auf diesen folgenschweren Einzug zu konzentrieren? Dass Jesus kein Pferd für den Einzug in die für Juden „Heilige Stadt“ Jerusalem verwendet, ist ja zu verstehen. Er wird auch nicht mit militärischen Ehren und großem Pomp empfangen; die eigenen Jünger lobten ihn ob des Friedens, den er bringt. Dass Jesus auf einem jungen Fohlen daherreitet, das ihn ganz friedlich trägt, ist ein verlockender Gedanke für heutige Geschehnisse.
Auf unplanbare Situation einlassen
Wenn sich ein Kriegsfürst heute auf eine solch unplanbare Situation einlassen müsste – nein, das kann ich mir gar nicht vorstellen! Das Schlimmste dabei, das Gelächter der Umstehenden, würde in aller Welt zu sehen sein. Davor hätte jeder von ihnen vermutlich die meiste Angst. Und deshalb: Einzug der Truppen mit Panzern, Geschoßen und uneinsehbaren Gefährten und ohne Kriegsfürsten. Ach, gäbe es doch ein paar junge, ungestüme “Esels- oder Panzerfohlen und Fürsten”, die sich ihre Unruhe in diesem Krieg eingestehen.
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