Ja zum Klima
Kunst mit Müll aus dem Meer stößt Umwelt-Initiative an

Farblich sortiert und ästhetisch angeordnet verwandelte Florian Reiche den angeschwemmten Plastikmüll in ein Kunstwerk.
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Seit seiner Kindheit verbringt Florian Reiche zwei bis drei Monate auf der griechischen Insel Amorgos bei Santorin. In den letzten Jahren wurde der in den Buchten angeschwemmte Plastikmüll immer mehr. Durch eine Kunstinstallation rückte er letztes Jahr den Müll aus dem Meer ins Blickfeld - mit weitreichenden Folgen.

LINZ. "Mein Ziel war es, dass die Menschen den Müll sehen und darüber zu reden beginnen", sagt Florian Reiche. Letztes Jahr stellte er deshalb mit der Hilfe von Freunden auf der griechischen Insel Amorgos eine Ausstellung auf die Beine. Im Botanischen Garten der Insel, dem "Hortus Botanicus", ließ der in Linz lebende Kunstuni-Student und selbständige Programmierer den "Hortus Plasticus" entstehen. Dazu sammelte er drei Wochen lang säckeweise den angeschwemmten Plastikmüll aus den Buchten ein. Farblich sortiert und ästhetisch auf dem Boden unter einem Holzfloß angeordnet, waren die Besucher gezwungen sich mit dem Müll zu beschäftigen. Eine Soundinstallation mit Meeresrauschen erzeugte zusätzlich Atmosphäre. "What we leave behind", so der Titel der Ausstellung.

Die idyllischen Buchten von Amorgos leiden unter dem angeschwemmten Plastikmüll.
  • Die idyllischen Buchten von Amorgos leiden unter dem angeschwemmten Plastikmüll.
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Eine neue Vision für die Insel

"Anfangs hatte ich ein bisschen Angst, dass die Inselbewohner negativ reagieren", erzählt Reiche, "der Müll passt ja gar nicht ins touristische Bild." Es kam aber ganz anders als erwartet. Die Resonanz war durchwegs positiv und das Problem rückte in den Fokus. Durch die Ausstellung angeregt setzte sich der Präsident des Vereins der professionellen Fischer von Amorgos mit Reiche in Verbindung. Auch ihm ist der Plastikmüll auf der Insel schon länger ein Dorn im Auge. Gemeinsam mit den lokalen Fischern entwickelten sie eine Vision für Amorgos: Im Frühjahr, der Laichzeit der Fische wo die Männer ohnehin pausieren, könnten sie mit ihren Booten und Netzen den Müll einsammeln und dafür bezahlt werden. Ein erster Testlauf fand dieses Jahr im Februar bereits statt. 

Unter einem Holzfloß, begleitet von Meeresrauschen, waren die Besucher gezwungen den Müll wahrzunehmen.
  • Unter einem Holzfloß, begleitet von Meeresrauschen, waren die Besucher gezwungen den Müll wahrzunehmen.
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Weitere Ausstellungen geplant

Leider hat die Corona-Krise dieses Jahr weitere geplante Aktionen durchkreuzt. Ursprünglich sollten auch heuer im August wieder Kunstwerke aus dem angeschwemmten Plastikmüll entstehen. Mit seinen Studienkollegen der Abteilung Interface Cultures hatte Reiche dazu schon Gespräche geführt. "Ich hoffe, dass wir es im nächsten Jahr wieder umsetzen können", meint Reiche zuversichtlich.

Florian Reiche studiert Interface Cultures an der Linzer Kunstuni und arbeitet als selbstständiger Programmierer.
  • Florian Reiche studiert Interface Cultures an der Linzer Kunstuni und arbeitet als selbstständiger Programmierer.
  • Foto: Robert Maybach
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Fischer als "Retter der Insel"

Auch die Fischer von Amorgos sind nicht untätig. Mittlerweile unterstützen bereits zwei NGO's das Projekt. Geplant ist im Frühjahr mit vier bis fünf Booten auf Plastik-Fang zu gehen. Die Nachbarinseln mit ähnlichen Problemen interessieren sich ebenfalls schon für das Projekt. "Besonders wichtig ist es, hier mit den Fischern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sie sollen sich nicht als Müllmänner fühlen, sondern als Retter ihrer Insel", betont Reiche. Mehr Infos zum Projekt und die Möglichkeit zur Unterstützung auf amorgorama.com

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