16.09.2014, 10:49 Uhr

Kunstuni-Absolvent gestaltet Fakultätskette für neue Med-Fakultät

Foto: Florian Voggeneder von li nach re: Univ.Prof. Dr. Petra Apfalter (Kassenverwalterin der Medizinischen Gesellschaft OÖ), Univ.Doz.Dr. Friedrich Prischl (Präsident der Medizinischen Gesellschaft OÖ), DI Florian Ziller, DI Christine Brameshuber, Univ.Prof. DDr. DI Mag. Josef Kramer (Sekretär der Medizinischen Gesellschaft OÖ), Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier (Rektor der Kunstuniversität Linz)
Die Medizinische Gesellschaft OÖ schrieb in Kooperation mit der Kunstuniversität Linz einen geladenen künstlerischen Wettbewerb zur Gestaltung einer Fakultätskette für die neu gegründete Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität aus. Aus dem Wettbewerb ging DI Florian Ziller, Absolvent der Kunstuniversität Linz (Industrial Design), als Sieger hervor.

Feierliche Übergabe der Fakultätskette für die Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität an die Medizinische Gesellschaft OÖ
Am 15. September 2014 überreichte Rektor Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier (Kunstuniversität Linz) Herrn Univ.Doz.Dr. Friedrich Prischl (Präsident der Medizinischen Gesellschaft OÖ) die repräsentative Fakultätskette.

Florian Ziller entwirft repräsentative Fakultätskette für die Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität
Design von DI Florian Ziller, beratend unterstützt von DI Christine Brameshuber

Die Technologie gepaart mit der Technik zur Herstellung komplexer Geometrien und Strukturen als ein Ganzes war ein wesentlicher Aspekt bei der Gestaltfindung für die Kette und insbesondere des Anhängers. Der Designprozess zur Gestaltfindung war einerseits induktiv geprägt, durch Iteration der Ideen und andererseits deduktiv, durch bewusste Formgebung mit Hinblick auf die Fertigungsmöglichkeiten. Hinterschnitte, Kavitäten und bis dato unwirkliche Strukturen der artifiziellen Welt prägen die Gestalt der Fakultätskette.

Eine moderne Kette mit Symbolkraft für die neue Medizinische Fakultät
Die Kette:
Die stetig größer werdenden Kettenglieder sind gekennzeichnet von der weichen Kettenlinie, gepaart mit den markant scharf gezeichneten Spannungsfeldern. Zusammengehalten werden die Glieder mit Gelenken die eine harmonische Kettenlinie gewährleisten. Das Schlussglied ist mit dem Landeswappen von Oberösterreich als Relief versehen.

Der Anhänger:
Die einzigartige Ausprägung der 3-dimensionalen Elemente ist kennzeichnend für den Anhänger. Wesentliche Elemente sind der äußere tragende Ring mit eingebettetem Schriftrelief, das mathematische Muster mit reflektierenden Höckern und der innere Ring mit dem darin gehaltenen Äskulapstab. Eine Besonderheit stellt die sehend-gemachte Schlange dar.

Das Material:
Das Grundmaterial ist eine Messinglegierung, die Oberfläche ist vergoldet und den Schlangenkopf ziert ein Diamantsplitter. Das Herstellungsverfahren einzelner Teile: Von der Skizze ausgehend werden die für die Fertigungstechnik notwendigen 3D-Daten in CAD generiert. Aus den CAD-Daten wird mit einem 3D-Drucker das Urmodell aus Wachs erzeugt. Davon wird im Anschluss ein Abdruck gemacht. Sofern der Abdruck fest geworden ist wird dieser in einem Ofen erhitzt worauf das Wachs ausschmilzt. In die dadurch entstanden Hohlräume wird die flüssige Legierung gegossen, solange, bis diese voll sind. Sobald das Messing erkaltet und fest geworden ist wird die Form zerschlagen und das nahezu fertige Bauteil entnommen. Zuletzt werden die Überstände entfernt, versäubert und die Oberfläche für das galvanische Vergolden vorbereitet.

Statements
"Die Gründung der Medizinischen Fakultät an der JKU ist ein Meilenstein in der Entwicklung der universitären Landschaft in Oberösterreich. Ich habe mich sehr gefreut, als der Präsident der medizinischen Gesellschaft, Univ.Doz.Dr.Friedrich Pischl, mit dem Vorschlag an die Kunstuniversität Linz herantrat, die Fakultätskette hier gestalten zu lassen. Dieses Einstandsgeschenk der Medizinischen Gesellschaft an die neue Fakultät ist ein schönes Kind geworden. Es baut der gerade in Österreich so traditionsreichen Beziehung zwischen Medizin und Kunst im wörtlichen Sinn eine goldene Brücke und wird damit zum ausdrucksstarken und nachhaltigen Symbol für die weitere Zusammenarbeit“, so Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier, Rektor der Kunstuniversität Linz.

"Die Medizinische Gesellschaft ist der Kunstuniversität Linz unter Rektor Univ.Prof. Dr. Kannonier zu großem Dank verpflichtet. Auf unser Ersuchen wurde ein künstlerischer Wettbewerb zur Gestaltung einer Fakultätskette für die neu gegründete Medizinische Fakultät an der Johannes Kepler Universität ausgelobt. Als Sieger ging daraus Florian Ziller, Mitarbeiter der Kunstuniversität mit einem höchst gelungenen, modernen und doch zeitlosen Entwurf hervor. Mir als Präsident der Medizinischen Gesellschaft ist es eine große Freude die Kette übernehmen zu dürfen. Sie wird bei der Gründungsfeier der Medizinischen Fakultät am 29.9.2014 der JKU zum Geschenk gemacht und wird so die tiefe Verbundenheit zum Ausdruck bringen, die die Medizinische Gesellschaft OÖ zur Fakultät hegt. Herrn Rektor Kannonier und der Kunstuniversität danken wir sehr und gratulieren dem Gestalter Herrn Ziller zu seinem wunderschönen Entwurf. Die Medizinische Gesellschaft OÖ hat sich seit 110 Jahren und intensiv erneut ab 2006 sehr für die Errichtung einer Mediziner-Ausbildungsstätte in Oberösterreich eingesetzt. Die Bemühungen waren mit der Gründung der Medizinischen Fakultät heuer von Erfolg gekrönt, wozu die gemeinsamen Anstrengungen vieler, insbesondere von Land und Stadt beigetragen haben. Die Medizinische Gesellschaft OÖ freut sich sehr das höchste Symbol der Würde für den Vizerektor der Medizinischen Fakultät stiften zu dürfen. Wir bringen damit als langjähriger Träger postpromotioneller Weiterbildung für Mediziner unsere Verbundenheit mit der neuen Medizinischen Fakultät an der JKU wie auch unsere zukünftige Partnerschaft ganz besonders zum Ausdruck“, betont Univ.Doz. Dr. Friedrich Prischl, Präsident der Medizinischen Gesellschaft OÖ 2013/14

Florian Ziller
DI, BSc. Florian Ziller kam über den zweiten Bildungsweg zum Industrial Design Studium nach Linz. Sein handwerkliches Geschick wurde schon als Kind von seinen Eltern gefördert. Die erste Fachausbildung absolvierte er an der HTBL-Hallein für Tischlerei. Danach war er für drei Jahre im erlernten Handwerk tätig. Darauf folgte das Kolleg für Design in St. Pölten und anschließend das Studium für Industrial Design an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. An der Kunstuniversität ist er seit 2005 als Student aktiv und zurzeit im PhD-Studium. Begleitend dazu ist er seit 2012 als Universitätsassistent tätig.

Die feierliche Übergabe der Fakultätskette durch die Medizinische Gesellschaft OÖ an die Medizinische Fakultät erfolgt im Rahmen der Gründungsfeier am 29.9.2014 an der JKU.
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