07.11.2017, 00:00 Uhr

Linz bereitet sich auf den Winter vor

Die Winterdienstmitarbeiter sind bei Schnee und Eis im Einsatz. (Foto: Stadt Linz)

Der Schnee kann kommen: Mehr als 1.000 Tonnen Streugut wurden bereits eingelagert.

Auch wenn in tieferen Lagen noch kein Schnee in Sicht ist, laufen die Vorbereitungen des Winterdienstes in Linz bereits auf Hochtouren. „Der Winterdienst der Stadt Linz ist für den bevorstehenden Winter gut gerüstet.", sagt Vizebürgermeister Bernhard Baier. Sobald die ersten Flocken fallen, stehen bis zu 136 Mitarbeiter und 56 Fahrzeuge für den Einsatz bereit. Zusätzlich wurde die Betreuung von neun Winterdienstrouten heuer an eine Fremdfirma vergeben. Die Mitarbeiter befreien die öffentlichen Fahrbahnen und die kombinierten Rad- und Gehwege von November bis April von Schnee und Eis. In den Streusilos der Stadt wurden dafür in den vergangenen Wochen bereits rund 950 Tonnen Salz und 100 Tonnen Splitt eingelagert. Seit 1. November gibt es einen Bereitschaftsdienst.


Glatteis-Frühwarnsystem

In der Winterdienstzentrale wird die Räumung und Streuung des städtischen Straßennetzes zentral koordiniert. Ein Internetportal der Flugsicherung Hörsching, Abteilung Meteorolgie, liefert wichtige Daten zum Wetter. Basierend auf dieser Vorinformation wird jeweils für die kommenden Tage eine Bereitschaft oder eine gewisse Einsatzstärke festgelegt. Die Stadt Linz verfügt weiters über vier über das ganze Stadtgebiet verteilte Messpunkte, das sogenannte Glatteis-Frühwarnsystem, das der Einsatzleitung Daten wie Fahrbahntemperatur, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und Informationen über die Fahrbahnbeschaffenheit wie Nässe oder Glätte sowie die Salzkonzentration vor Ort übermittelt. Diese technischen Hilfsmittel erleichtern der Einsatzleitung die Entscheidung über die Betreuung des Straßennetzes.


Keine Lieferengpässe

Die städtischen Lager werden während der Winterdienstsaison ständig aufgefüllt. Um Lieferengpässe zu vermeiden und eine gewisse Unabhängigkeit von nur einem Anbieter zu gewährleisten hat man sich für die diesjährige Wintersaison für eine Belieferung durch zwei verschiedene Salzlieferfirmen entschieden. Mit den eingelagerten und kontinuierlich aufgefüllten Mengen würde auch bei Dauerschneefall die Versorgung rund zwei Wochen gewährleistet sein, bevor die Silos ganz leer wären.

Im Sinne der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit setzt die Stadt Linz vor allem auf Feuchtsalz. Das spezielle Gemisch aus Calcium- bzw. Natriumchloridsole und Trockensalz vermindert Glättegefahr und taut Eis und Schnee in kürzester Zeit auf. Durch den vermehrten Einsatz von Feuchtsalz kann auch die Feinstaubbelastung durch Splitt im Winter gesenkt werden. Feuchtsalz hat auch den Vorteil, dass es feiner dosiert werden kann. Damit sinkt auch der Verbrauch. Insgesamt werden pro Saison auf den Linzer Straßen im Durchschnitt jährlich zwischen 3.000 und 4.500 Tonnen Salz benötigt.


1.300 Fahrkilometer Räumstrecke

Um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen und zu bestreuen, müssen die Mitarbeiter rund 1.300 Fahrkilometer zurücklegen. Diese Kilometer kommen auch durch mehrspurige und überbreite Fahrbahnen zustande, die nicht in einem Durchgang betreut werden können. Einen erhöhten Zeitaufwand bedeuten Straßeneinbauten und Fußgängerübergänge sowie schmale und verparkte Straßen. Insgesamt umfasst das Einsatzgebiet des Winterdienstes etwa 595 Kilometer Straßen sowie zirka 250 Kilometer meist kombinierte Rad- und Gehwege, die nicht in die Anrainerverpflichtung fallen. Weiters werden 134 Stiegenanlagen vom Schnee befreit. Geräumt wird nach einem speziellen Räumplan mit Prioritäten. So werden rund um die Uhr zuerst die Hauptverkehrswege, die exponierten Stellen an Brücken, die Verkehrswege mit Steigungen (z.B. die „Bergstraßen“ am Pöstlingberg, an der Kapuzinerstraße, am Freinberg etc.) und die Straßen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinien) geräumt.

Pflicht der Anrainer

Die Betreuung fast aller Gehsteige ist laut Straßenverkehrsordnung Aufgabe der Anrainer oder der Eigentümer von Häusern und Liegenschaften. Laut § 93 StVO müssen Gehsteige und Stiegenanlagen entlang der gesamten Liegenschaft täglich zwischen 6 und 22 Uhr von Schnee befreit sowie bei Glätte gestreut werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.