24.10.2016, 13:11 Uhr

Industriellenvereinigung kritisiert AMS

Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreichs (Foto: IV OÖ/Krügl)
Mit gemischten Gefühlen ging Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), auf aktuelle Konjunkturentwicklungen ein. „Kein Grund zum Jubeln, aber auch keine Grund zu tiefgreifender Sorge“, so der erste Kommentar zu einer Entwicklung die sich seit nunmehr vier Jahren in einer relativ geringen Bandbreite bewegt. Gründe dafür sieht Greiner in der Kombination aus regionalen, nationalen und internationalen Rahmenbedingungen. So fehle es auf Landes- sowie auf Bundesebene an Impulsen, gleichzeitig würden auf internationaler Ebene diverse Krisenherde für Verunsicherung sorgen. Kaum nennenswerte Investitionen trotz historisch niedrigem Rohölpreis und der anhaltenden Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Folge. Wiederspiegeln tut das auch die jüngste Konjunkturumfrage der IV OÖ an der sich 99 oberösterreichische Unternehmen beteiligten. 38 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, der Rest mit „gleichbleibend“.
„Alles in allem spiegeln die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage die verhalten positive Stimmung in den Betrieben wieder“, resümiert IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch: „Die oberösterreichische Industrie schlägt sich in einem sehr volatilen, mit zahlreichen Krisenherden durchzogenen internationalen Umfeld gut.“

Wichtige Leitbetriebe

Einmal mehr wurde auch die Wichtigkeit der Leitbetriebe im Bundesland betont. Diese Betriebe definieren sich über verschiedene Kriterien, wie Internationalisierungsgrad, Weltmarktanteil oder eine hohe Wertschöpfungsintensität. 265 davon gibt es in Österreich, 78 davon haben ihren Sitz in Oberösterreich. Diese 78 Unternehmen sichern Bundesweit rund 290.000 Arbeitsplätze. Dies ist allerdings nicht die absolute Anzahl der Arbeitsplätze in den Betrieben. Wird die große wirtschaftliche Bedeutung der Leitbetriebe berücksichtigt, so errechnet sich, dass jeder Arbeitsplatz in einem solchen Betrieb, zwei weitere in anderen Betrieben bedeutet. Ebenso bedeutsam sind die ansässigen Leitbetriebe für Forschung und Entwicklung – 54 Prozent der Ausgaben auf diesem Sektor stammen von ihnen.

Kritik am AMS

Österreich ist eines von drei Ländern in der Europäischen Union mit zurzeit steigender Arbeitslosenquote. Oberösterreich ist da keine Ausnahme – trotz etwa 14.500 offenen Stellen und rund 2.100 unbesetzten Lehrstellen. Dass über 37.000 Arbeitssuchende dennoch nicht vermittelt werden können ist laut Greiner der mangelhaften Arbeit des Arbeitsmarktservice (AMS) anzulasten. „Am Geld kann es nicht liegen“, so Greiner, „da dem AMS ein Rekordbudget zur Verfügung steht.“
Auch der aktuelle Umgang Österreichs mit einem Freihandelsabkommen wie CETA, sei angesichts einer österreichischen Exportquote von 60 Prozent absolut unverantwortlich. Die Österreicher würden an jenem Ast sägen, auf dem sie sitzen, so die IV. Ebenso seien Diskussionen über Arbeitszeitverkürzungen kontraproduktiv.
„Positive Effekte für das gesamte Land“ würde eine Senkung der Körperschaftssteuer, laut Greiner, nach sich ziehen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.