12.01.2018, 05:00 Uhr

Acht Jahrhunderte gibt es den Örglwirt in Mariapfarr

Damals noch unter dem Namen ,,Gasthof zur Post", war der heutige Örglwirt auch in früheren Zeiten eine der wichtigsten Ziele für Mariapfarrer Touristen, wie diese Postkarte beweist. (Foto: Örglwirts Ferienwelt)

Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1217 weist auf das Alter der Gaststätte in Mariapfarr hin.

MARIAPFARR (anj.) Das Hotel Post-Örglwirt in Mariapfarr ist ein Haus mit Geschichte und Tradition. Seit 800 Jahren bereichert der Gastbetrieb die im Herzen des Lungaus gelegene Gemeinde und dürfte somit eine der ältesten noch bestehenden Gastbetriebe im Land Salzburg sein. Seit mittlerweile sechs Generationen ist der Betrieb im Besitz der jetzigen Familie. ,,Klein und fein, aber mein", das ist die Devise, die zum Erfolgskonzept wurde.

1980 übernahm Armin Santner mit seiner Frau Elfriede den Wirts- und Hotelhausbetrieb seiner Eltern, Frieda und Andreas Santner. Schon von Beginn an war ihm die lange Geschichte des Hauses bewusst, wie er erzählt. Darauf aufmerksam gemacht, habe ihn der ehemalige Pfarrer Josef Schitter. Dieser setzte sich intensiv mit der Historie Mariapfarrs und wurde durch Recherchen im Staatsarchiv in Wien auf eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1217 aufmerksam, die die lange Geschichte des Traditionshauses belegt. 

Damals noch unter dem Namen Taverne bekannt, war das Haus ursprünglich im Besitz vom letzten Lungauer Gaugrafen und Ministerialen Konrad von Pfarr, der das Haus 1217 dem Salzburger Domkapital vermachte. Nach der Erbauung der Marienkirche in Mariapfarr, entstand ein reges Wallfahrtswesen, wodurch sich auch der heutige Örglwirt zu einem wichtigen Verpflegungsbetrieb entwickelte. Zu dem Namen Örglwirt kam der Betrieb im Jahre 1645, als Georg Bayerhofer, im Volksmund ,,Örg" genannt, die Taverne käuflich übernahm.

Seit dem hat sich Vieles verändert. Der Name ist aber bis heute gleich geblieben. Im Besitz der jetzigen Familie ist das Haus seit fast 200 Jahren. Neben dem immerwährenden Gasthausbetrieb dienten die Räumlichkeiten des  Örglwirtes, wie Armin Santner im Gespräch verrät, auch eine Zeit lang als Postamt und sogar als Bank. So befand sich die erste Geschäftsstelle der Reifeisenbank in Maripfarr im Örglwirt.
Heute erinnert lediglich der Name an diese längst vergangenen Zeiten.

Mit der Übernahme des Betriebes konzentrierte sich Armin Santner voll und ganz darauf den Örglwirt für Touristen möglichst attraktiv zu machen. Umbauarbeiten,  die Erweiterung des Beherbergungsbereichs sowie der Bau von zwei Appartementhäusern stellten sich als Erfolg heraus, der von Gästen sehr geschätzt wird. ,,Der Betrieb muss eben zum Ort passen", davon ist der Wirt überzeugt und gab diese Devise auch an seine Kinder, Sabine Fuchs und Andreas Santner, weiter.

Seit 2010 führen sie nun das Werk ihrer Eltern fort: Tradition steht dabei auch bei ihnen an erster Stelle, gleichzeitig wagen sie es aber auch neue Wege zu gehen: Zusätzlich zu Hotel, Gasthaus und Appartements verfügt der Örglwirt seit wenigen Jahren auch über einen Landwirtschaftsbetrieb mit Schafszucht. So kann Lamm im Gegensatz zu vielen anderen gastronomischen Betrieben das ganze Jahr über angeboten werden.

Große Erweiterungspläne gäbe es nicht mehr, verrät Armin Santer, der seinen Kinder auch nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine Hotellandschaft, wie sie anderer Orts zu finden ist, möchte niemand in der Familie, so Santner, denn den Charme des Örgelwirts mache seine lange Geschichte und Tradition, aber eben nicht die Größe aus.



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