Flugstunden mit Rolf Dolina

Rolf Dolina erzählt in seinen Memoiren "Flugstunden von Ost nach West" aus seinem spannenden Leben.
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„Wer nicht den Mut zum Träumen hat, hat nicht die Kraft zum Kämpfen“, mit diesem Zitat von Che Guevara lässt Dolina seine Memoiren beginnen. Doch erst nachdem man Dolinas Geschichte kennt, wird einem die große Bedeutung dieser Worte im Leben des Kosmopoliten klar.

Um 30 Schilling verkauft

Als Halbwaise in Hernals aufgewachsen, war es in seiner Kindheit vor allem der Fußball, der ihn begeisterte. 1951 spielte er als Zwölfjähriger bei der POST SV und schon 1952 wurde er von einem Scout entdeckt. „Ich bin damals für 30 Schilling an die Vienna verkauft worden. 30 Schilling! Das kann man sich heute ja gar nicht mehr vorstellen“, erzählt der charismatische Geschäftsmann aus seiner Jugendzeit. In ebendieser Jugendzeit rief Rolf Dolina 1956 gemeinsam mit Freunden auch Wiens ersten Jazzclub, das erste Birdland ins Leben, wo Dolina neben dem Tanzen auch für die Finanzen zuständig war.

Große Reisen und großer Erfolg

Doch auch wenn der junge Rolf Dolina gute Aussichten auf ein normales Leben in Wien hatte, fühlte er sich von den Grenzen dieses Daseins eingeengt. Es gibt für den ambitionierten Träumer nur einen gangbaren Weg: Weg von Zuhause. „Ich wollte so weit weg wie möglich. Und das Entfernteste war eben genau am anderen Ende der Welt: Australien. So habe ich zu überlegen begonnen, wie ich da hinkommen könnte“, schildert Dolina den Anfang seiner abenteuerlichen Reise ans andere Ende der Welt. Nach abenteuerlichen Reisevorbereitungen schlug er sich in Australien mit allen möglichen Jobs durch und verdiente unter anderem auch als Zuckerrohrschneider sein Geld bevor er wieder in die Heimat zurückkehrte. Was darauf folgt ist eine oft unglaublich zu lesende Erfolgsgeschichte eines Mannes, der sich von keinerlei Grenzen abhalten ließ und ein Geschäft immer dort machte, wo sich gerade die Möglichkeit dazu ergab. „Wir haben in Polen die ersten Architekturpreise für Wirtschaftsgebäude bekommen, da wusste man in Österreich noch nicht einmal, wie man Warschau buchstabiert, geschweige denn wie man dort hin kommt“, zeigt Dolina sein besonderes Gespür für Geschäftsmöglichkeiten auf.

Unzählige Geschichten, unzählige Erfolge

Vor allem der ehemalige Ostblock wurden in weiterer Folge zum Betätigungsfeld für den engagierten Geschäftsmann. „Nachdem sich der Osten geöffnet hatte, fragte ich mich, was die brauchen könnten und ich ihnen geben kann. Coca Cola hatten sie schon, Blue Jeans auch, aber Playboy hatten sie noch keinen. Da habe ich mir auf der Kärntner Straße einen Playboy gekauft, ins Impressum gesehen und einfach Kontakt aufgenommen“, erinnert sich der Entrepreneur an die Anfänge seiner Geschäftsbeziehung mit Hugh Hefner zurück. Hat man einige der Geschichten gelesen, ist man vor allem vom Mut des Unternehmers beeindruckt. Doch dieser hat eine recht simple Philosophie zugrunde: „Man muss sich immer das Worst Case-Szenario vorstellen. Im Falle der Playboy Geschichte war das ja relativ einfach, denn das Schlimmste, das geschehen konnte war, dass ich überhaupt keine Rückmeldung bekomme.“ Bei der Lektüre von „Flugstunden zwischen Ost und West“ schlittert man von einer faszinierenden Geschichte in die nächste und erlebt hautnah mit, wie aus der Rolf Dolina One-Man-Show ein beeindruckendes Firmenimperium geworden ist. Schnell stellt sich dabei die Frage nach einem Erfolgsgeheimnis. „Das wichtigste ist einfach, dass man immer wieder aufsteht, wenn man hingefallen ist. Und vor allem, dass man einmal mehr aufsteht als hinfällt!“, erklärt der 76-Jährige Lebemann mit einem einnehmenden Schmunzeln im Gesicht das Credo seines Lebens.

Memoiren zum Nachlesen

Mit viel Humor verwandelt Autorin Lisa Rettl die Memoiren von Rolf Dolina zur Pflichtlektüre und beeindruckenden Bestandsaufnahme eines Lebens, von dem man kaum glauben kann, dass es nur ein einziger Mensch geführt hat.
"Flugstunden von Ost nach West" erscheint mit 304 Seiten bei Styria Premium.

Rolf Dolina erzählt in seinen Memoiren "Flugstunden von Ost nach West" aus seinem spannenden Leben.
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Foto: Foto von Sora Shimazaki auf Pexels
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