16.12.2017, 00:00 Uhr

Mit dem Herzen bei der guten Sache

Sabine Danzinger begleitet das Projekt VinziDorf seit über einem Jahr: "Ich will aufklären und bleibe auch nach der Eröffnung dabei!"

Wien-Hetzendorf: Sabine Danzinger engagiert sich für das Vinzidorf Wien.

MEIDLING. In der Boergasse entsteht auf dem Gelände des Lazaristenklosters das Wiener Vinzidorf. Zurzeit werden Wohnmodule für 24 Obdachlose gebaut.

"Ich habe dieses Projekt von Anfang an in den Medien verfolgt", erinnert sich Sabine Danzinger. Kein Wunder, wohnt sie mit ihrer achtjährigen Tochter doch nur zwei Minuten entfernt. Die ehemalige Büroangestellte tauschte 2015 ihren Job gegen "etwas Erfüllenderes", wie sie sagt: Sie machte die Ausbildung zur Sozialbegleiterin, die sie mit Diplom abschloss und begann 2015 bei ihrem ersten Winterpaket, einem Notquartier, das in der kalten Jahreszeit für Wohnungslose eingerichtet wird.

Die widersprüchlichen Nachrichten übers geplante Vinzidorf und die Ängste aus der Bevölkerung veranlassten Danzinger, ihre Freizeit und ihr Engagement ehrenamtlich diesem Projekt zu widmen.

Aufklären und Angst nehmen

So hat sie nicht nur an der Vorbereitung der Aktivitäten rund um den Spatenstich im August 2017 aktiv mitgearbeitet, sondern schon im Vorfeld versucht, Aufklärung zu betreiben und mit den teilweise verunsicherten Anrainern zu reden und ihnen die Angst vor dem zu nehmen, was sie hier erwartet.

"Man hat nur Angst vor etwas, das man nicht kennt", sagt sie. Und schöpft dabei aus der reichen Erfahrung in ihrem eigenen Beruf. "Ich kann Antworten aus dem täglichen Leben mit Obdachlosen geben und sehe es als meine Verpflichtung, gegen Vorurteile anzukämpfen. Es ist so ein engagiertes Projekt für Menschen, die an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt wurden", so Danzinger.

Auch als vor kurzem ein großer Sturm tobte, begab sie sich noch in der Nacht auf die Baustelle, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist. Und im Herbst 2018, wenn das Vinzidorf die Pforten für seine 24 Bewohner öffnen wird, möchte sich Danzinger in den Freiwilligen-Dienstplan einbringen. "Ein Stück meiner Freizeit gehört diesem Projekt", meint die Sozialbegleiterin.

In der Zwischenzeit wird Sabine Danzinger weiter über das Projekt aufklären.
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